Bei sieben israelischen Soldaten, die im Südlibanon eingesetzt waren, wurde Mitte Mai 2026 Zeckenrückfallfieber (Tick-borne Relapsing Fever, TBRF) diagnostiziert. Die Erkrankung wird lokal auch als „Höhlenfieber“ bezeichnet. Die betroffenen Soldaten mussten in mehreren israelischen Krankenhäusern behandelt werden, darunter das Assuta Ashdod Public Hospital und das Ichilov Medical Centre.
Die Infektionen wurden auf Bisse von Ornithodoros tholozani-Weichzecken zurückgeführt, die mit Borrelia persica infiziert waren. Die Exposition erfolgte vermutlich während militärischer Operationen in Höhlen, Ruinen oder unterirdischen Strukturen im Südlibanon.
Eine größere Gruppe weiterer exponierter Soldaten erhielt vorsorglich eine antibiotische Postexpositionsprophylaxe mit Doxycyclin. Alle bestätigten Erkrankungsfälle verliefen bislang mild, Todesfälle wurden nicht gemeldet.
Erreger: Borrelia persica (Spirochäten-Bakterium).
Übertragung: Durch Bisse infizierter Weichzecken (Ornithodoros tholozani). Keine Mensch-zu-Mensch-Übertragung bekannt.
Inkubationszeit: Meist etwa 7 Tage.
Symptome: Plötzlich einsetzendes Fieber, Schüttelfrost, Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen, Müdigkeit sowie Bauchschmerzen. Typisch sind wiederkehrende Fieberschübe.
Komplikationen: Unbehandelt schwere Verläufe mit neurologischen oder systemischen Komplikationen möglich; insgesamt niedrige Sterblichkeit bei frühzeitiger Therapie.
Therapie: Antibiotische Behandlung, meist mit Doxycyclin. Nach Therapiebeginn kann eine Jarisch-Herxheimer-Reaktion mit akutem Fieberanstieg auftreten.
Bewertung der Situation
Der Ausbruch entspricht dem bekannten ökologischen Verbreitungsgebiet der Weichzecke O. tholozani im östlichen Mittelmeerraum. Besonders militärische Einsätze in Höhlen, Ruinen oder verlassenen Gebäuden gelten als Hochrisikosituationen, da sich die Zecken bevorzugt in solchen Umgebungen aufhalten und nachtaktiv sind.
Die schnelle Identifikation der Exposition sowie die prophylaktische Behandlung weiterer Soldaten sprechen für eine funktionierende militärmedizinische Überwachung und dürften zusätzliche Erkrankungen begrenzt haben.
Für die Allgemeinbevölkerung besteht kein relevantes Übertragungsrisiko, da keine Mensch-zu-Mensch-Transmission beschrieben ist. Das Risiko bleibt lokal auf zeckenbelastete Umgebungen begrenzt. Bei fortgesetzten Bodenoperationen oder Aufenthalten in entsprechenden Strukturen im Südlibanon können jedoch weitere Fälle unter exponierten Personen auftreten.
Da TBRF international häufig unterdiagnostiziert wird und in vielen Regionen keine systematische Überwachung besteht, könnte die tatsächliche Zahl exponierter oder mild erkrankter Personen höher liegen als bislang bekannt.
Empfehlungen
Reisende: Bei Aufenthalten in betroffenen Regionen auf Zeckenschutz achten und bei fieberhaften Symptomen nach möglicher Exposition frühzeitig medizinische Abklärung veranlassen. Nehmen Sie eine Reisemedizinische Beratung in Anspruch.
Unternehmen mit Entsendungen: Mitarbeitende über das Risiko zeckenübertragener Infektionen informieren, Schutzmaßnahmen gegen Zeckenexposition sicherstellen und bei fieberhaften Erkrankungen nach Aufenthalt in Risikogebieten frühzeitig eine medizinische Abklärung veranlassen. arbeitsmedizinische Vorsorge sicherstellen.
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