Der Ausbruch der Bundibugyo-Viruskrankheit (BVD), einer Form der Ebola-Viruskrankheit, breitet sich weiter in der Demokratischen Republik Kongo (DRK) aus. Am 20.05.2026 wurde erstmals ein bestätigter Fall in der Provinz South Kivu nahe Bukavu gemeldet. Betroffen sind inzwischen die Provinzen Ituri, Nord-Kivu und South Kivu sowie importierte Fälle in Uganda.
Bis zum 20.05.2026 meldete die DRK 64 bestätigte Fälle und sechs bestätigte Todesfälle sowie 671 Verdachtsfälle und 160 Verdachtstodesfälle. Mehr als 1200 Kontaktpersonen werden überwacht. Gesundheitsbehörden gehen davon aus, dass das Virus bereits über Wochen oder Monate unentdeckt zirkulierte.
Die Situation wird zusätzlich durch bewaffnete Konflikte, große Flüchtlings- und Binnenvertriebenenbewegungen, überlastete Gesundheitssysteme sowie Angriffe auf medizinische Einrichtungen erschwert. In einigen Regionen mussten Verdachtsfälle mangels Isolationskapazitäten in allgemeinen Krankenhausbereichen behandelt werden.
Bewertung der Situation
Die geografische Ausbreitung in mehrere konfliktbetroffene Provinzen der DRK erhöht die Komplexität der Eindämmung erheblich. Besonders kritisch ist die Ausbreitung in urbanen Zentren wie Goma und Bukavu sowie in Regionen mit hoher Bevölkerungsmobilität und eingeschränktem Zugang zu Gesundheitsversorgung.
Krankenhaus- und bestattungsassoziierte Übertragungen gelten weiterhin als wesentliche Treiber des Ausbruchs. Der Mangel an Schutzausrüstung, Isolationsmöglichkeiten und geschultem Personal erschwert die Kontrolle zusätzlich. Angriffe auf Ebola-Behandlungszentren und Misstrauen in Teilen der Bevölkerung erhöhen das Risiko weiterer unerkannter Übertragungsketten.
Für die lokale Bevölkerung besteht ein hohes Risiko, insbesondere in den betroffenen Provinzen. Für internationale Reisende wird das Risiko bei Einhaltung empfohlener Schutzmaßnahmen derzeit als niedrig eingeschätzt. Eine internationale Ausbreitung durch Einzelfälle bleibt möglich, großflächige globale Auswirkungen gelten derzeit jedoch als unwahrscheinlich.
Empfehlungen
Reisende: reisemedizinische Beratung einholen. Nicht notwendige Reisen in betroffene Regionen vermeiden. Strikte Hygienemaßnahmen einhalten und Kontakt zu Erkrankten oder Verstorbenen unbedingt vermeiden.
Unternehmen: arbeitsmedizinische Vorsorge sicherstellen. Nicht zwingend erforderliche Reisen in die Region aussetzen. Mitarbeitende über Ebola-Schutzmaßnahmen informieren, Notfall- und Evakuierungspläne prüfen sowie medizinische Versorgungskapazitäten sicherstellen.
Quelle der Meldung
WHO / ECDC / Ministère de la Santé / reliefweb / reuters
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