Der Ausbruch der Bundibugyo-Viruskrankheit (BVD), einer Form der Ebola-Viruskrankheit, hält in der Demokratischen Republik Kongo (DRK) und Uganda an. Bis Ende Mai 2026 wurden in Afrika insgesamt 133 bestätigte Fälle und 17 bestätigte Todesfälle registriert. Das Hauptgeschehen konzentriert sich weiterhin auf die Provinzen Ituri, Nord-Kivu und South Kivu in der DRK.
Am 30.05.2026 wurde erstmals ein Verdachtsfall außerhalb Afrikas und Europas gemeldet. Ein 37-jähriger Mann aus der DRK, der kürzlich nach Brasilien eingereist war, wurde in São Paulo mit Fieber in ein spezialisiertes Infektionszentrum verlegt und isoliert. Die Laboruntersuchungen zur Bestätigung oder zum Ausschluss einer Bundibugyo-Virusinfektion laufen derzeit. Bestätigte Fälle in Brasilien wurden bislang nicht festgestellt.
Parallel dazu besuchte der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO) das Ausbruchszentrum in Bunia (Ituri, DRK), um die internationalen Eindämmungsmaßnahmen zu unterstützen und die Zusammenarbeit mit lokalen Gemeinden zu stärken.
Erreger: Bundibugyo-Ebolavirus (Filovirus).
Übertragung: Direkter Kontakt mit Körperflüssigkeiten infizierter Personen oder Verstorbener sowie kontaminierten Materialien.
Inkubationszeit: Meist 2–21 Tage.
Symptome: Fieber, Schwäche, Kopf- und Muskelschmerzen, Erbrechen, Durchfall sowie in schweren Fällen Blutungen und Organversagen.
Komplikationen: Septischer Schock, Multiorganversagen und hohe Sterblichkeit möglich.
Therapie: Keine zugelassene spezifische Therapie oder Impfung gegen Bundibugyo-Ebolavirus verfügbar; Behandlung erfolgt unterstützend intensivmedizinisch.
Bewertung der Situation
Der gemeldete Verdachtsfall in Brasilien verdeutlicht die Möglichkeit internationaler Einschleppungen durch den globalen Reiseverkehr. Aufgrund der langen Inkubationszeit von bis zu 21 Tagen können infizierte Personen symptomfrei reisen, bevor erste Krankheitszeichen auftreten. Der Verdachtsfall ist jedoch bislang nicht bestätigt, und frühere Verdachtsmeldungen außerhalb Afrikas wurden nach Labortests ausgeschlossen.
Die Ausbruchssituation in der DRK bleibt aufgrund bewaffneter Konflikte, hoher Bevölkerungsmobilität, Vertreibungen und begrenzter Gesundheitsressourcen komplex. Krankenhaus- und bestattungsassoziierte Übertragungen stellen weiterhin wichtige Treiber des Ausbruchsgeschehens dar.
Die WHO bewertet das Risiko einer internationalen Ausbreitung weiterhin als begrenzt. Für die Allgemeinbevölkerung außerhalb der betroffenen Regionen besteht derzeit kein erhöhtes Risiko. Für Reisende in die Ausbruchsgebiete bleibt das Risiko bei konsequenter Einhaltung der Schutzmaßnahmen niedrig.
Empfehlungen
Reisende: reisemedizinische Beratung einholen. Nicht notwendige Reisen in betroffene Regionen der DRK und Ugandas vermeiden. Direkten Kontakt zu Erkrankten, Verstorbenen sowie potenziell kontaminierten Materialien vermeiden. Hygienemaßnahmen konsequent einhalten.
Unternehmen mit Entsendungen: arbeitsmedizinische Vorsorge sicherstellen. Reise- und Sicherheitskonzepte für Mitarbeitende in Zentralafrika überprüfen, Gesundheitsinformationen regelmäßig aktualisieren und Verfahren zur medizinischen Abklärung sowie Evakuierung sicherstellen. Mitarbeitende sollten über Symptome, Meldewege und Schutzmaßnahmen informiert sein.
Quelle der Meldung
WHO | Africa CDC | US CDC | Reuters | UN News
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