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In Dasht-e-Barchi im Westen Kabuls sind seit etwa 22. August 2026 Hunderte Menschen, überwiegend Kinder und ältere Erwachsene, an einer akuten Magen-Darm-Erkrankung erkrankt. Betroffen sind insbesondere die Bereiche Erfani Township, Qala-e-Naw und Abarasani. Die Ursache ist bislang nicht labordiagnostisch bestätigt.

Erreger: Noch unbekannt; aufgrund der Symptomatik kommen insbesondere bakterielle Darmerreger wie Shigella, Campylobacter, Salmonellen oder enterohämorrhagische E. coli infrage.

Übertragung: Vermutlich über kontaminiertes Wasser oder Lebensmittel; auch eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung ist möglich.

Symptome: Fieber, Durchfall, Erbrechen, Kopfschmerzen und Bauchkrämpfe; teilweise tritt blutiger Durchfall auf.

Komplikationen: Besonders bei Kindern und älteren Menschen besteht ein erhöhtes Risiko für schwere Dehydratation.

Therapie: Eine gezielte Behandlung ist erst nach Identifizierung des Erregers möglich; entscheidend ist zunächst eine ausreichende Flüssigkeits- und Elektrolytzufuhr.

Bewertung der Situation

Die Erkrankungsfälle treten vor dem Hintergrund erheblicher Wasserknappheit auf. Ausgetrocknete Brunnen führen zu einer verstärkten Nutzung von Tankwagen, wodurch eine kontaminierte Wasserquelle als möglicher Auslöser infrage kommt. Mehrere Krankenhäuser sind bereits stark belastet. Afghanistan verzeichnete 2026 zudem landesweit eine hohe Zahl an Cholera-/akuten wässrigen Durchfallerkrankungen.

Für Reisende besteht insbesondere bei unzureichender Wasser- und Lebensmittelhygiene ein erhöhtes Infektionsrisiko.

Empfehlungen

Reisende sollten ausschließlich abgefülltes oder sicher aufbereitetes Wasser trinken, auf Eiswürfel und rohe Lebensmittel verzichten und konsequent Händehygiene betreiben. Unternehmen sollten die Notwendigkeit von Reisen in betroffene Gebiete prüfen und Beschäftigte umfassend zu Wasser- und Lebensmittelhygiene informieren.

Quelle

Afghanistan Ministry of Public Health / Pajhwok / Kabul Now / The Kabul Tribune

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Dr. med Til Berger

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