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In Katalonien wurden bis zum 11.06.2026 insgesamt 342 bestätigte Fälle der Afrikanischen Schweinepest (ASP) bei Wildschweinen registriert. Die Fälle verteilen sich auf 55 Ausbruchsgeschehen in 13 Gemeinden des Großraums Barcelona. Seit dem letzten Lagebericht vom 04.06.2026 wurden sechs weitere infizierte Wildschweine nachgewiesen.

Betroffen sind unter anderem die Gemeinden Barcelona, Terrassa, Sabadell, Rubí, Sant Cugat del Vallès und Cerdanyola del Vallès. Die Fälle konzentrieren sich weiterhin auf ein eingezäuntes Restriktionsgebiet, in dem umfangreiche Bekämpfungsmaßnahmen durchgeführt werden.

Neben verendeten Wildschweinen wurden auch zwei äußerlich gesunde Tiere positiv getestet. Dies zeigt, dass Infektionen ohne erkennbare Krankheitssymptome auftreten können und die Überwachung nicht allein auf klinischen Auffälligkeiten beruhen darf.

Bislang wurden mehr als 6.400 Wildschweine untersucht und negativ getestet. In Hausschweinebeständen wurden bisher keine ASP-Fälle festgestellt.

Erreger: Virus der Afrikanischen Schweinepest (ASF-Virus).

Übertragung: Direkter Kontakt zwischen infizierten Schweinen oder Wildschweinen, Kontakt mit kontaminierten Kadavern, Blut, Ausscheidungen, Futtermitteln, Fahrzeugen oder Ausrüstungsgegenständen.

Inkubationszeit: Meist 4–19 Tage.

Symptome bei Schweinen: Hohes Fieber, Appetitlosigkeit, Schwäche, Hautblutungen, Atemwegs- und Verdauungsstörungen sowie hohe Sterblichkeit. Infektionen können jedoch auch subklinisch verlaufen.

Therapie: Es existiert keine zugelassene Behandlung. Bekämpfungsmaßnahmen basieren auf Biosicherheit, Tierseuchenkontrolle und Bestandsmanagement.

Bewertung der Situation

Die Afrikanische Schweinepest bleibt weiterhin auf die Wildschweinpopulation im Großraum Barcelona beschränkt. Positiv ist, dass bislang keine Übertragung auf Hausschweinebestände nachgewiesen wurde. Dies wird unter anderem auf verstärkte Biosicherheitsmaßnahmen und die weitgehende Räumung von Schweinehaltungen innerhalb der Restriktionszone zurückgeführt.

Die Ausweitung von ursprünglich neun auf inzwischen 13 betroffene Gemeinden zeigt jedoch, dass sich das Virus trotz Einzäunungen und Kontrollmaßnahmen innerhalb der Wildschweinpopulation weiter verbreitet. Die hohe Mobilität der Tiere sowie die komplexe städtisch-ländliche Struktur des Ballungsraums erschweren die Eindämmung.

Für Menschen besteht kein Gesundheitsrisiko, da die Afrikanische Schweinepest nicht auf den Menschen übertragbar ist. Die Auswirkungen betreffen vor allem Tiergesundheit, Landwirtschaft und den internationalen Handel mit Schweinen und Schweineprodukten.

Empfehlungen

Reisende: Reisemedizinische Beratung einholen. Für Reisende besteht kein gesundheitliches Risiko. Dennoch sollten Lebensmittelreste, insbesondere Schweinefleischprodukte, nicht in der Natur entsorgt werden, um eine weitere Verbreitung des Virus zu verhindern. Achtung: Mitführen von tierischen Lebensmittel auch zum Verzehr auf der Reise (z.B. Wurst) kann gegen seuchenrechtliche Beschränkungen verstoßen!

Unternehmen mit Entsendungen nach Spanien: Arbeitsmedizinische Vorsorge sicherstellen. Für Beschäftigte im Agrar-, Veterinär- oder Lebensmittelbereich sollten Biosicherheitsmaßnahmen konsequent eingehalten werden. Personen mit Kontakt zu Schweinehaltungen oder Wildschweinen sollten auf Hygienemaßnahmen und die Reinigung von Fahrzeugen, Kleidung und Ausrüstung achten.

Quelle der Meldung

Spanisches Ministerium für Landwirtschaft, Fischerei und Ernährung (MAPA)

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Dr. med Til Berger

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