In den USA wurden bis zum 14.06.2026 insgesamt 12 Fälle eines Befalls mit dem Neuwelt-Schraubenwurm (Cochliomyia hominivorax) bestätigt. Elf Fälle traten in Texas und ein Fall in New Mexico auf. Betroffen sind Rinder, Schafe, Ziegen und ein Hund.
Der jüngste Nachweis erfolgte am 12.06.2026 bei einem Schaf im Sutton County in Texas. Die geografische Ausbreitung über die ursprünglich betroffenen Grenzregionen hinaus deutet darauf hin, dass sich der Parasit zunehmend in zentrale Viehzuchtgebiete ausbreitet.
Als Reaktion haben die Behörden umfangreiche Überwachungs- und Bekämpfungsmaßnahmen eingeleitet. Dazu gehören diagnostische Untersuchungen, die intensive Kontrolle von Nutztierbeständen sowie die Freisetzung steriler männlicher Fliegen zur Unterbrechung der Fortpflanzung. Nach einem lokalen Katastrophenfall im Tom Green County wurde inzwischen für alle 254 Countys in Texas der Katastrophenstatus ausgerufen.
Erreger: Larven der Schmeißfliege Cochliomyia hominivorax (Neuwelt-Schraubenwurm).
Übertragung: Die Fliegen legen ihre Eier in offene Wunden von Warmblütern ab. Nach dem Schlüpfen dringen die Larven in lebendes Gewebe ein und ernähren sich davon.
Inkubationszeit: Die Larven schlüpfen in der Regel innerhalb von 12 bis 24 Stunden nach der Eiablage.
Symptome: Schmerzhafte Wunden mit Gewebezerstörung, Entzündungen, Sekundärinfektionen, Gewichtsverlust und bei schweren Verläufen Tod des betroffenen Tieres. Selten können auch Menschen betroffen sein (Myiasis).
Therapie: Mechanische Entfernung der Larven, Wundversorgung, antiparasitäre Behandlung und gegebenenfalls antibiotische Therapie bei Sekundärinfektionen.
Bewertung der Situation
Die Ausbreitung des Neuwelt-Schraubenwurms in zentrale Regionen von Texas stellt eine erhebliche Bedrohung für die US-amerikanische Nutztierhaltung dar. Besonders betroffen sind Regionen mit hoher Rinderdichte, in denen Tiere regelmäßig kleinere Verletzungen aufweisen und dadurch als Wirte infrage kommen.
Anders als viele andere Fliegenarten befallen die Larven ausschließlich lebendes Gewebe, wodurch selbst kleine Wunden zu schweren Erkrankungen führen können. Die Vielzahl potenzieller Wirte – darunter Nutztiere, Haustiere und Wildtiere – erschwert die Eindämmung zusätzlich.
Für die Allgemeinbevölkerung ist das Risiko derzeit gering. Personen mit engem Kontakt zu befallenen Tieren, insbesondere in der Veterinärmedizin oder Landwirtschaft, sollten jedoch auf entsprechende Schutzmaßnahmen achten.
Empfehlungen
Reisende: Reisemedizinische Beratung einholen. Für touristische Reisen besteht derzeit kein erhöhtes Risiko. Bei Aufenthalten auf Farmen oder in landwirtschaftlichen Betrieben sollten offene Wunden geschützt und bei ungewöhnlichen Wundveränderungen ärztlich abgeklärt werden.
Unternehmen mit Entsendungen: Arbeitsmedizinische Vorsorge sicherstellen. Mitarbeitende in der Landwirtschaft, Tierhaltung oder Veterinärmedizin sollten über die Symptome eines Schraubenwurmbefalls informiert werden. Offene Hautverletzungen sollten konsequent versorgt und bei Tierkontakt geeignete Schutzmaßnahmen eingehalten werden.
Quelle der Meldung
USDA Animal and Plant Health Inspection Service (APHIS) / Texas Public Radio / FOX West Texas
Ähnliche Meldungen
Gesundheitsrisikobericht 2025 – Global Health Risk Map 2026
Globale Dynamiken, regionale Risiken und strategische Konsequenzen Executive Summary Die weltweite Gesundheitsrisikolage befindet sich in einer Phase grundlegender Umbrüche. Nach dem Abklingen der…
Wichtig12. Januar 2026Allgemeine Meldungen,Aktuelles aus der PraxisGlobal Health Risk Map 2026,Travel Risk Management,Auslandsentsendung,Reisemedizin
Lassa-Fieber, Nigeria
Nigeria hat bis zur epidemiologischen Woche 21 (18.–24.05.2026) insgesamt 829 bestätigte Lassa-Fieber-Fälle und 208 Todesfälle registriert. Darüber hinaus wurden landesweit 5.385 Verdachtsfälle…
Afrikanische Schweinepest, Katalonien
In Katalonien wurden bis zum 11.06.2026 insgesamt 342 bestätigte Fälle der Afrikanischen Schweinepest (ASP) bei Wildschweinen registriert. Die Fälle verteilen sich auf 55 Ausbruchsgeschehen in 13…
Masern, Honduras
Das honduranische Gesundheitsministerium hat am 11.06.2026 den ersten autochthonen (lokal erworbenen) Masernfall seit 1997 bestätigt. Betroffen ist eine ungeimpfte 25-jährige Frau von der Insel…
Krim-Kongo-Hämorrhagisches Fieber, Irak
Im Irak wurden bis Mitte Juni 2026 insgesamt 145 laborbestätigte Fälle des Krim-Kongo-Hämorrhagischen Fiebers (CCHF) sowie neun Todesfälle registriert. Die höchste Krankheitslast wird aus dem…




