Im Irak wurden bis Mitte Juni 2026 insgesamt 145 laborbestätigte Fälle des Krim-Kongo-Hämorrhagischen Fiebers (CCHF) sowie neun Todesfälle registriert. Die höchste Krankheitslast wird aus dem Gouvernement Dhi Qar im Süden des Landes gemeldet. Bereits Mitte Mai waren landesweit 48 bestätigte Erkrankungen und vier Todesfälle erfasst worden, was auf eine anhaltende Zunahme der Fallzahlen im Verlauf des Jahres hindeutet.
Neben einzelnen Fällen wurden auch familiäre Infektionscluster berichtet. In einigen Regionen, darunter das Gouvernement Wasit, haben die Behörden Maßnahmen zur Einschränkung des Viehhandels und zur Kontrolle von Tierbewegungen eingeleitet, um die weitere Ausbreitung einzudämmen.
Erreger: Krim-Kongo-Hämorrhagisches-Fieber-Virus (CCHFV), ein Nairovirus aus der Familie der Bunyaviridae.
Übertragung: Durch den Stich infizierter Hyalomma-Zecken, durch Kontakt mit Blut oder Gewebe infizierter Nutztiere sowie durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten infizierter Menschen.
Inkubationszeit: Nach Zeckenstich meist 1–9 Tage, nach Kontakt mit infiziertem Blut oder Gewebe bis zu 13 Tage.
Symptome: Plötzliches hohes Fieber, Kopf-, Muskel- und Rückenschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Erbrechen und Lichtempfindlichkeit. Schwere Verläufe können zu Blutungen, Organversagen und Tod führen.
Therapie: Es existiert keine spezifisch zugelassene Therapie. Die Behandlung erfolgt intensivmedizinisch und symptomorientiert. Ribavirin wird in einigen Fällen eingesetzt, der Nutzen wird jedoch weiterhin wissenschaftlich untersucht.
Bewertung der Situation
Die aktuellen Fallzahlen zeigen eine fortgesetzte Übertragung des CCHF-Virus in mehreren Regionen des Irak. Besonders betroffen sind Gebiete mit intensiver Viehhaltung und engem Kontakt zwischen Menschen und Nutztieren. Die wiederholten Berichte über familiäre Cluster verdeutlichen zudem das Risiko einer Übertragung durch direkten Kontakt mit infizierten Personen oder deren Körperflüssigkeiten.
Mit einer bisherigen Fallsterblichkeit von etwa 6 % liegt die Sterblichkeit unter den in früheren Ausbrüchen beobachteten Werten, dennoch bleibt CCHF eine schwere Erkrankung mit erheblichem Gesundheitsrisiko. Saisonale Faktoren, erhöhte Zeckenaktivität und Viehtransporte können die weitere Ausbreitung begünstigen.
Die irakischen Gesundheitsbehörden haben ihre Überwachungs- und Aufklärungsmaßnahmen verstärkt und setzen auf Zeckenkontrolle, Veterinärmaßnahmen sowie eine frühzeitige Erkennung von Erkrankungsfällen.
Empfehlungen
Reisende: Reisemedizinische Beratung einholen. Bei Reisen in ländliche Regionen des Irak sollten Zeckenstiche konsequent vermieden werden. Dazu gehören lange Kleidung, Repellents und regelmäßige Körperkontrollen. Stallungen (von Schafen, Ziegen, Kamelen) sollten gemieden werden. Kontakt zu Nutztieren sowie zu Tierblut und Schlachtabfällen sollte vermieden werden.
Unternehmen mit Entsendungen in den Irak: Arbeitsmedizinische Vorsorge sicherstellen. Mitarbeitende in Landwirtschaft, Veterinärwesen, Fleischverarbeitung oder Bauprojekten in ländlichen Gebieten sollten über Zeckenschutz, Hygienemaßnahmen und Symptome informiert werden. Fieberhafte Erkrankungen nach möglicher Exposition sollten umgehend medizinisch abgeklärt werden.
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