Das Gesundheitsministerium der Zentralafrikanischen Republik hat am 26. Juni 2026 einen Choleraausbruch in den Gesundheitsdistrikten Bimbo und M’baiki südwestlich der Hauptstadt Bangui offiziell ausgerufen. Bis zum 26./27. Juni wurden 197 Erkrankungsfälle und 24 Todesfälle registriert. Die ersten Verdachtsfälle waren bereits am 14. Juni im Distrikt Bimbo aufgetreten. Die Infektionsquelle wird derzeit untersucht und ist bislang nicht bekannt. Die Behörden haben Eindämmungsmaßnahmen eingeleitet und die Bevölkerung zu verstärkten Hygiene- und Schutzmaßnahmen aufgerufen.
Erreger: Vibrio cholerae, gramnegatives Bakterium aus der Familie der Vibrionaceae.
Übertragung: Fäkal-oral über verunreinigtes Trinkwasser oder kontaminierte Lebensmittel. Besonders begünstigt wird die Ausbreitung durch mangelhafte Wasser-, Sanitär- und Hygienebedingungen (WASH).
Inkubationszeit: Etwa 2 Stunden bis 5 Tage.
Symptome: Plötzlich einsetzender starker wässriger Durchfall („Reiswasserstühle“), Erbrechen, Muskelkrämpfe und rasche Austrocknung (Dehydratation).
Komplikationen: Schwerer Flüssigkeits- und Elektrolytverlust mit Kreislaufschock, Nierenversagen und unbehandelt tödlichem Verlauf.
Therapie: Sofortige orale oder intravenöse Flüssigkeits- und Elektrolytsubstitution. Bei schweren Verläufen können Antibiotika die Krankheitsdauer und Erregerausscheidung verkürzen. Ergänzend sind Maßnahmen zur Verbesserung der Wasser-, Sanitär- und Hygienesituation sowie gegebenenfalls der Einsatz oraler Cholera-Impfstoffe wichtig.
Bewertung der Situation
Mit einer Fallsterblichkeit von rund 12 % liegt die Sterblichkeit deutlich über dem WHO-Zielwert von unter 1 % und weist auf erhebliche Einschränkungen der medizinischen Versorgung hin. Die betroffenen Regionen südwestlich von Bangui gelten aufgrund unzureichender Wasser- und Sanitärversorgung sowie wiederkehrender Überschwemmungen als besonders anfällig für Choleraausbrüche. Die anhaltende politische Instabilität und die eingeschränkte Erreichbarkeit vieler Gebiete erschweren die Versorgung Erkrankter und die Umsetzung von Eindämmungsmaßnahmen zusätzlich. Eine weitere geografische Ausbreitung innerhalb des Landes kann derzeit nicht ausgeschlossen werden. Parallel besteht aufgrund des Ebola-Ausbruchs im benachbarten Kongo eine zusätzliche Belastung für das öffentliche Gesundheitssystem.
Empfehlungen
Reisende: Reisemedizinische Beratung einholen. Vor Reisen in die Zentralafrikanische Republik wird eine reisemedizinische Beratung empfohlen. Ausschließlich abgekochtes oder abgefülltes Wasser trinken, Speisen nur gut durchgegart verzehren und konsequent auf Händehygiene achten. Bei plötzlich einsetzendem starkem Durchfall sollte umgehend medizinische Hilfe in Anspruch genommen werden. Für Reisen in betroffene Gebiete kann je nach individuellem Risiko eine Cholera-Impfung sinnvoll sein.
Unternehmen mit Entsendungen in die Zentralafrikanische Republik: Arbeitsmedizinische Vorsorge sicherstellen. Mitarbeitende sollten vor der Entsendung reisemedizinisch beraten und über Maßnahmen zur Lebensmittel-, Trinkwasser- und Händehygiene informiert werden. Eine sorgfältige Notfallplanung einschließlich der schnellen medizinischen Versorgung bei schweren Durchfallerkrankungen sollte sichergestellt werden. Bei längeren Aufenthalten oder Einsätzen unter schwierigen hygienischen Bedingungen sollte eine Cholera-Impfung individuell geprüft werden.
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