Die Gesundheitsbehörden Bangladeschs haben bis zum 30. Juni 2026 insgesamt 5.924 Dengue-Erkrankungen und 18 Todesfälle seit Jahresbeginn registriert. Allein innerhalb von 24 Stunden wurden 124 neue Krankenhausaufnahmen und fünf Todesfälle gemeldet – einer der höchsten Tageswerte des Jahres. Besonders im Juni beschleunigte sich die Ausbreitung deutlich. Die meisten Erkrankungen wurden in den Verwaltungsbezirken Dhaka, Chattogram, Rajshahi und Barishal registriert. Experten rechnen aufgrund der beginnenden Monsunzeit mit einem weiteren starken Anstieg der Fallzahlen in den kommenden Monaten. Gleichzeitig belastet der größte Masernausbruch seit Jahrzehnten das Gesundheitssystem zusätzlich.
Erreger: Denguevirus (DENV-1 bis DENV-4), behülltes RNA-Virus aus der Familie der Flaviviridae.
Übertragung: Durch den Stich infizierter Stechmücken der Gattung Aedes (vor allem Aedes aegypti und Aedes albopictus). Eine direkte Übertragung von Mensch zu Mensch erfolgt nicht.
Inkubationszeit: Meist 4–10 Tage nach dem Mückenstich.
Symptome: Plötzlich einsetzendes hohes Fieber, starke Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen, Augenschmerzen, Übelkeit, Hautausschlag und ausgeprägtes Krankheitsgefühl.
Komplikationen: Schweres Dengue mit Blutungen, Plasmaaustritt, Schock (Dengue-Schock-Syndrom), Organversagen und in schweren Fällen tödlichem Verlauf.
Therapie: Eine spezifische antivirale Therapie steht nicht zur Verfügung. Die Behandlung erfolgt symptomatisch mit ausreichender Flüssigkeitszufuhr, engmaschiger Überwachung und frühzeitiger Behandlung von Komplikationen. Acetylsalicylsäure und andere nichtsteroidale Antirheumatika sollten wegen des erhöhten Blutungsrisikos vermieden werden.
Bewertung der Situation
Der fast achtfache Anstieg der Dengue-Fallzahlen von Mai auf Juni entspricht dem Beginn der jährlichen Monsun-bedingten Übertragungssaison, deutet jedoch auf einen besonders frühen und steilen Anstieg im Jahr 2026 hin. Experten erwarten für Juli und August eine weitere deutliche Zunahme der Erkrankungen. Besorgniserregend ist zudem die zunehmende Ausbreitung außerhalb der Hauptstadt Dhaka sowie die gleichzeitige Belastung des Gesundheitswesens durch den anhaltenden Masernausbruch. Eine weitere Zunahme der Erkrankungs- und Hospitalisierungszahlen in den kommenden Wochen ist daher sehr wahrscheinlich.
Empfehlungen
Reisende: Vor Reisen nach Bangladesch wird eine reisemedizinische Beratung empfohlen. Eine wirksame Impfung steht zur Verfügung. Tagsüber und in den frühen Abendstunden konsequent Mückenschutz anwenden (Repellents, lange Kleidung, klimatisierte oder mückengeschützte Unterkünfte). Bei Fieber während oder nach der Reise sollte umgehend ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden.
Unternehmen mit Entsendungen nach Bangladesch: Arbeitsmedizinische Vorsorge sicherstellen. Mitarbeitende sollten umfassend über Maßnahmen zum Mückenschutz informiert werden. Geeignete Repellents, imprägnierte Kleidung und mückensichere Unterkünfte sollten bereitgestellt werden. Während der Hauptübertragungssaison sollte die epidemiologische Lage engmaschig beobachtet werden.
Quelle der Meldung
Directorate General of Health Services (DGHS), Bangladesch / The Daily Star / Dhaka Tribune / Daily Observer
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