Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) wurde am 30. Juni 2026 von Uganda über einen Ausbruch der Marburgvirus-Krankheit (Marburg Virus Disease, MVD) in der Westregion des Landes informiert. Während die offizielle Meldung zunächst einen bestätigten Fall umfasste, informierte die WHO andere Mitgliedstaaten im Rahmen der Internationalen Gesundheitsvorschriften (IHR) über mindestens zwei laborbestätigte Erkrankungsfälle. Der Ausbruch gilt derzeit als lokal begrenzt. Weitere Einzelheiten zu den Patienten oder der Infektionsquelle wurden bislang nicht veröffentlicht.
Erreger: Marburgvirus, RNA-Virus aus der Familie der Filoviridae.
Übertragung: Natürliches Reservoir sind Nilflughunde (Rousettus aegyptiacus). Die Übertragung auf den Menschen erfolgt durch Kontakt mit infizierten Fledermäusen oder deren Ausscheidungen sowie anschließend von Mensch zu Mensch über direkten Kontakt mit Blut oder anderen Körperflüssigkeiten infizierter Personen oder Verstorbener sowie über kontaminierte Gegenstände.
Inkubationszeit: Meist 2–21 Tage.
Symptome: Plötzlich einsetzendes hohes Fieber, starke Kopfschmerzen, Muskelschmerzen und allgemeines Krankheitsgefühl. Im weiteren Verlauf können Durchfall, Erbrechen, Bauchschmerzen, Hautausschlag sowie Blutungen und neurologische Symptome auftreten.
Komplikationen: Hämorrhagisches Fieber mit Schock, Multiorganversagen und hoher Sterblichkeit. Die Fallsterblichkeit liegt je nach Ausbruch zwischen etwa 24 und 88 %.
Therapie: Es gibt keine zugelassene spezifische antivirale Therapie oder Impfung. Die Behandlung erfolgt unterstützend durch intensive Flüssigkeits- und Elektrolyttherapie, Kreislaufstabilisierung sowie intensivmedizinische Versorgung.
Bewertung der Situation
Der Ausbruch ereignet sich zeitgleich mit dem anhaltenden Bundibugyo-Ebolavirus-Ausbruch in Uganda und der Demokratischen Republik Kongo und belastet dieselben Ressourcen des öffentlichen Gesundheitswesens, insbesondere Laborkapazitäten, Isolierstationen, Kontaktverfolgungsteams und persönliche Schutzausrüstung. Die westliche Region Ugandas gilt aufgrund der dort vorkommenden Flughundkolonien als bekanntes Endemiegebiet für das Marburgvirus. Derzeit gibt es keine Hinweise auf eine größere Ausbreitung über das lokale Gebiet hinaus. Aufgrund der hohen Sterblichkeit und der fehlenden spezifischen Behandlung erfordert jedoch bereits eine geringe Zahl bestätigter Fälle umfassende Maßnahmen zur Eindämmung. Eine Ausweitung der Übertragung auf Kontaktpersonen oder Gesundheitseinrichtungen würde die Risikolage deutlich verschärfen.
Empfehlungen
Reisende: Reisemedizinische Beratung einholen. Vor Reisen nach Westuganda wird eine reisemedizinische Beratung empfohlen. Der Kontakt zu Fledermäusen sowie der Besuch von Höhlen und Bergwerken mit bekannten Flughundkolonien sollten vermieden werden. Direkter Kontakt zu Erkrankten oder deren Körperflüssigkeiten ist strikt zu vermeiden. Bei Fieber oder anderen Krankheitssymptomen während oder bis 21 Tage nach einer Reise sollte unverzüglich medizinische Hilfe in Anspruch genommen und auf den Aufenthalt in Uganda hingewiesen werden.
Unternehmen mit Entsendungen nach Uganda: Arbeitsmedizinische Vorsorge sicherstellen. Mitarbeitende sollten über Übertragungswege und Schutzmaßnahmen informiert werden. Dienstreisen in die unmittelbar betroffene Region sollten hinsichtlich ihrer Notwendigkeit geprüft werden. Beschäftigte im Gesundheitswesen oder mit engem Patientenkontakt müssen konsequent persönliche Schutzausrüstung verwenden und etablierte Infektionsschutzmaßnahmen einhalten. Ein kontinuierliches Monitoring der Lage und der Reisehinweise wird empfohlen.
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