Im Stadtteil Ghatlodia der Stadt Ahmedabad im Bundesstaat Gujarat kam es Ende Mai 2026 zu einem Ausbruch akuter Magen-Darm-Erkrankungen, der mit einer Verunreinigung der öffentlichen Trinkwasserversorgung in Verbindung gebracht wird.
Nach offiziellen Angaben erkrankten mindestens 50 Personen mit Durchfall und Erbrechen. Von den zunächst elf medizinisch erfassten Patienten befanden sich am 04.06.2026 noch sieben im Krankenhaus. Todesfälle wurden bislang nicht gemeldet.
Anwohner berichten jedoch von einer deutlich höheren Zahl Betroffener. In einem Wohnkomplex sollen nach Angaben der Bewohner etwa 500 bis 600 Personen Symptome entwickelt haben, wobei viele Betroffene private Gesundheitseinrichtungen aufsuchten und möglicherweise nicht in die offiziellen Statistiken eingingen.
Vermutliche Ursache: Ein Defekt beziehungsweise eine Undichtigkeit von Wasser- und Abwasserleitungen am 30.05.2026 führte vermutlich dazu, dass Abwasser in die Trinkwasserversorgung gelangte.
Erreger: Der genaue Krankheitserreger ist bislang nicht bekannt. Wasserproben wurden entnommen, Laborergebnisse liegen noch nicht vor.
Übertragung: Aufnahme von fäkal kontaminiertem Trinkwasser.
Inkubationszeit: Abhängig vom verursachenden Erreger, typischerweise wenige Stunden bis mehrere Tage.
Symptome: Akuter Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen und Flüssigkeitsverlust.
Therapie: Symptomatische Behandlung mit Flüssigkeits- und Elektrolytausgleich; schwere Verläufe können eine stationäre Behandlung erforderlich machen.
Bewertung der Situation
Die vorliegenden Informationen sprechen für einen lokal begrenzten Ausbruch durch kontaminiertes Leitungswasser. Hinweise auf eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung liegen derzeit nicht vor.
Die tatsächliche Zahl der Erkrankten bleibt unklar, da erhebliche Unterschiede zwischen offiziellen Angaben und Berichten aus der Bevölkerung bestehen. Die Situation erinnert an frühere Ausbrüche in Indien, bei denen eine Verunreinigung von Trinkwassersystemen zu größeren Durchfallerkrankungswellen führte.
Die Behörden haben die beschädigten Leitungen repariert, Wasserproben entnommen, Chlortabletten verteilt, Wassertanks gereinigt und die Versorgung mit Trinkwasser über Tankfahrzeuge organisiert. Ob die Kontamination vollständig beseitigt wurde, muss durch die laufenden Untersuchungen bestätigt werden.
Empfehlungen
Reisende: reisemedizinische Beratung einholen. In Ahmedabad sollte ausschließlich abgefülltes oder abgekochtes Wasser zum Trinken und Zähneputzen verwendet werden. Auf Eiswürfel unbekannter Herkunft sowie ungewaschene Lebensmittel sollte verzichtet werden. Bei anhaltendem Durchfall oder Anzeichen einer Dehydratation sollte ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden.
Unternehmen mit Entsendungen nach Ahmedabad: arbeitsmedizinische Vorsorge sicherstellen. Mitarbeitende sollten über die aktuelle Situation informiert werden. Es sollte sichergestellt werden, dass ausschließlich sicheres Trinkwasser zur Verfügung steht und auf Lebensmittel- sowie Handhygiene geachtet wird. Bei größeren Unternehmensstandorten empfiehlt sich die Überprüfung der eigenen Wasserversorgungssysteme.
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