Der Ausbruch der durch das Bundibugyo-Ebolavirus verursachten Ebola-Erkrankung breitet sich weiter in der Demokratischen Republik Kongo aus. Am 29. Juni 2026 wurde erstmals ein bestätigter Fall in der Provinz Haut-Uélé gemeldet. Der betroffene Patient hatte zuvor aus der besonders stark betroffenen Provinz Ituri eingereist und verstarb kurz nach seiner Ankunft. Mit Haut-Uélé ist nun bereits die vierte Provinz betroffen, nachdem zuvor Ituri, Nord-Kivu und Süd-Kivu Fälle gemeldet hatten. Die neue betroffene Provinz grenzt an den Südsudan und die Zentralafrikanische Republik, wodurch sich das Risiko einer grenzüberschreitenden Ausbreitung erhöht. Seit Ausbruchsbeginn wurden in der Demokratischen Republik Kongo bis zum 27. Juni 2026 insgesamt 1.274 bestätigte Erkrankungen und 360 Todesfälle registriert.
Erreger: Bundibugyo-Ebolavirus (Bundibugyo virus, Orthoebolavirus bundibugyoense, Familie Filoviridae).
Übertragung: Direkter Kontakt mit Blut, Körperflüssigkeiten oder Gewebe infizierter Personen sowie kontaminierten Gegenständen; Übertragung auch bei Bestattungen und in Gesundheitseinrichtungen möglich. Das natürliche Reservoir sind vermutlich Flughunde.
Inkubationszeit: 2 bis 21 Tage, meist 8–10 Tage.
Symptome: Plötzliches Fieber, starke Schwäche, Kopf- und Muskelschmerzen, Halsschmerzen, anschließend Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen und Hautausschlag; in schweren Fällen Blutungen und Multiorganversagen.
Komplikationen: Hämorrhagisches Fieber, Schock, Organversagen und Tod.
Therapie: Keine spezifisch zugelassene Therapie für das Bundibugyo-Ebolavirus; Behandlung erfolgt intensivmedizinisch mit Flüssigkeits- und Elektrolytausgleich, Organunterstützung und konsequenter Isolation.
Bewertung der Situation
Die Ausbreitung des Ausbruchs auf eine vierte Provinz verdeutlicht, dass die Eindämmung zunehmend schwieriger wird. Der Todesfall in Haut-Uélé wurde erst spät erkannt, wodurch zahlreiche Kontaktpersonen im familiären und medizinischen Umfeld potenziell exponiert wurden. Besonders besorgniserregend ist die Lage, da Haut-Uélé direkt an den Südsudan und die Zentralafrikanische Republik grenzt und wichtige Verkehrs- und Handelsrouten durch die Region verlaufen. Anhaltende bewaffnete Konflikte erschweren Überwachung, Kontaktverfolgung und medizinische Versorgung erheblich. Die Kombination aus hoher Mobilität der Bevölkerung, eingeschränktem Zugang zu Gesundheitsdiensten und fehlendem zugelassenem Impfstoff oder spezifischer Therapie für diese Virusvariante erhöht das Risiko weiterer Ausbreitungen innerhalb der Region.
Empfehlungen
Reisende: Reisemedizinische Beratung einholen. Nicht zwingend notwendige Reisen in die betroffenen Provinzen im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo sollten vermieden werden. Direkten Kontakt zu Erkrankten, Verstorbenen sowie Wildtieren (insbesondere Fledermäusen und Primaten) vermeiden. Strikte Händehygiene einhalten und Gesundheitseinrichtungen nur bei medizinischer Notwendigkeit aufsuchen. Bei Fieber innerhalb von 21 Tagen nach einem Aufenthalt in der Region ist umgehend ärztliche Hilfe unter vorheriger telefonischer Ankündigung in Anspruch zu nehmen.
Unternehmen mit Entsendungen in die Demokratische Republik Kongo: Arbeitsmedizinische Vorsorge sicherstellen. Dienstreisen in die betroffenen Provinzen sollten nur nach sorgfältiger Risikoabwägung erfolgen. Mitarbeitende sind umfassend über Übertragungswege, Hygienemaßnahmen und das Vorgehen bei Verdachtsfällen zu unterweisen. Es sollten Evakuierungs- und Notfallpläne sowie klare Meldewege bestehen. Beschäftigte im Gesundheitswesen oder humanitären Einsatz benötigen konsequente persönliche Schutzausrüstung sowie Schulungen zu Infektionsprävention und sicherem Umgang mit Verdachtsfällen.
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