Das spanische Ministerium für Landwirtschaft, Fischerei und Ernährung (MAPA) berichtet, dass bis zum 2. Juli 2026 insgesamt 358 Afrikanische Schweinepest (ASP)-positive Wildschweine in 59 Ausbruchsgeschehen in 13 Gemeinden Kataloniens nachgewiesen wurden, darunter Barcelona, Terrassa, Sabadell und Cerdanyola del Vallès. Im jüngsten Update kamen drei weitere infizierte Wildschweine innerhalb der bestehenden Sperrzone hinzu. Hausschweinebestände sind weiterhin nicht betroffen. Die Behörden setzen die intensive Kadaversuche, Bestandsreduktion bei Wildschweinen, verstärkte Biosicherheitsmaßnahmen sowie die Überwachung von Schweinehaltungen fort.
Erreger: Virus der Afrikanischen Schweinepest (African swine fever virus, ASFV), behülltes DNA-Virus aus der Familie Asfarviridae.
Übertragung: Direkter Kontakt mit infizierten Haus- oder Wildschweinen, Kontakt zu infektiösem Blut, Gewebe oder Kadavern sowie indirekt über kontaminierte Gegenstände, Fahrzeuge, Kleidung oder Futtermittel. Das Virus ist sehr widerstandsfähig und kann lange in Fleisch- und Wurstwaren überleben.
Inkubationszeit: In der Regel 4–19 Tage, häufig 5–15 Tage.
Symptome: Hohes Fieber, Appetitlosigkeit, Mattigkeit, Hautblutungen, Atembeschwerden, Durchfall, Aborte sowie plötzliche Todesfälle.
Komplikationen: Schwere Verlaufsformen führen häufig innerhalb weniger Tage zum Tod. Eine Behandlung oder Impfung steht derzeit nicht zur Verfügung.
Therapie: Es existiert keine spezifische Therapie. Die Bekämpfung erfolgt durch frühzeitige Erkennung, Sperrmaßnahmen, Keulung betroffener Bestände, konsequente Biosicherheit sowie Überwachung und Reduktion der Wildschweinpopulation.
Bewertung der Situation
Der Ausbruch bleibt bislang auf die Wildschweinpopulation in Katalonien beschränkt. Das Ausbleiben von Infektionen in Hausschweinebeständen spricht für die Wirksamkeit der bislang umgesetzten Biosicherheits- und Überwachungsmaßnahmen. Gleichzeitig zeigt die Ausbreitung auf inzwischen 13 Gemeinden, dass das Virus weiterhin in der Wildschweinpopulation zirkuliert und ein anhaltendes Risiko für die Schweinehaltung besteht. Für den Menschen besteht keine Gesundheitsgefahr, da die Afrikanische Schweinepest nicht auf den Menschen übertragbar ist. Wirtschaftlich bleibt die Situation für die Schweinebranche jedoch angespannt, da umfangreiche Kontroll- und Sperrmaßnahmen erforderlich sind.
Empfehlungen
Reisende: Für Reisende besteht kein gesundheitliches Risiko. Der Kontakt mit Wildschweinkadavern sollte vermieden werden. Schweinefleisch- und Wurstwaren sollten nicht aus betroffenen Gebieten mitgebracht oder unsachgemäß entsorgt werden, um eine Verschleppung des Virus zu verhindern. Seuchenrechtliche Vorschriften schränken die Mitnahme von Fleischprodukten ein und sind unbedingt zu beachten.
Unternehmen mit Entsendungen nach Spanien: Arbeitsmedizinische Vorsorge sicherstellen. Mitarbeitende mit Kontakt zu Schweinehaltungen sollten strenge Biosicherheitsmaßnahmen einhalten. Kleidung, Schuhe, Fahrzeuge und Arbeitsgeräte sind nach Aufenthalten in betroffenen Regionen gründlich zu reinigen und zu desinfizieren. Direkter Kontakt zu Wildschweinen oder deren Kadavern sollte vermieden werden. Schweinehaltende Betriebe sollten ihre Biosicherheitsmaßnahmen regelmäßig überprüfen und konsequent umsetzen.
Quelle der Meldung
Spanisches Ministerium für Landwirtschaft, Fischerei und Ernährung (MAPA)
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