Im brasilianischen Bundesstaat São Paulo wurden bis zum 26.07.2026 insgesamt 1.953 bestätigte Hepatitis-A-Fälle registriert. Dies entspricht einer Inzidenz von 4,4 Fällen pro 100.000 Einwohner und einem Anstieg von 54,6 % gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres (1.263 Fälle). Die Fallzahl liegt bereits 17,4 % über der Gesamtzahl des Jahres 2025 (1.663 Fälle). Seit 2022 steigen die jährlichen Erkrankungszahlen kontinuierlich an. Der Höhepunkt der Meldungen wurde zwischen Mitte März und Anfang April erreicht. Besonders betroffen sind Männer (62,6 %) sowie Erwachsene im Alter von 20 bis 39 Jahren, die rund 60 % aller Fälle ausmachen. Bis April wurden zwei Todesfälle registriert. Die Impfquote gegen Hepatitis A bei Kindern beträgt lediglich 67,25 % und liegt damit deutlich unter dem nationalen Zielwert von 95 %.
Erreger: Hepatitis-A-Virus (HAV).
Übertragung: Fäkal-orale Übertragung über verunreinigte Lebensmittel oder Wasser sowie durch engen persönlichen oder sexuellen Kontakt.
Symptome: Müdigkeit, Fieber, Übelkeit, Appetitlosigkeit, Bauchschmerzen, dunkler Urin und Gelbsucht.
Komplikationen: Meist folgenlose Ausheilung; selten fulminante Hepatitis mit akutem Leberversagen und möglichem Transplantationsbedarf.
Therapie: Es gibt keine spezifische antivirale Therapie; die Behandlung erfolgt symptomatisch.
Bewertung der Situation
Die anhaltend steigenden Fallzahlen weisen auf eine erhöhte Hepatitis-A-Aktivität im Bundesstaat São Paulo hin. Der überwiegende Anteil der Erkrankungen betrifft junge Erwachsene, wobei der Infektionsweg in den meisten Fällen unbekannt bleibt. Lebensmittelbedingte Infektionen spielen weiterhin eine wichtige Rolle. Für Reisende besteht ein erhöhtes Risiko bei unzureichender Lebensmittel- und Trinkwasserhygiene oder engem Kontakt mit Infizierten. Für Deutschland besteht derzeit keine unmittelbare Gefahr, importierte Einzelfälle sind jedoch möglich. Unternehmen mit Geschäftsreisen nach Brasilien sollten den Impfschutz ihrer Mitarbeitenden überprüfen.
Empfehlungen
Reisende: Eine reisemedizinische Beratung wird empfohlen. Vor Reiseantritt den Hepatitis-A-Impfschutz überprüfen und gegebenenfalls vervollständigen. Nur hygienisch einwandfreie Speisen und sicheres Trinkwasser konsumieren sowie auf konsequente Handhygiene achten.
Unternehmen: Arbeitsmedizinische Vorsorge sicherstellen. Mitarbeitende vor Dienstreisen nach Brasilien über das Infektionsrisiko informieren, den Impfstatus kontrollieren und bei Bedarf eine Hepatitis-A-Impfung empfehlen. Hygienemaßnahmen und Verhaltensregeln für Auslandsreisen vermitteln.
Quelle der Meldung
Gesundheitsministerium des Bundesstaates São Paulo (SES-SP) | Jornal de Brasilia
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