Das Gesundheitsministerium Costa Ricas hat am 1. Juli 2026 einen Chikungunya-Ausbruch in Playa Langosta im Kanton Santa Cruz, Provinz Guanacaste, bestätigt. Der beliebte Badeort nahe Tamarindo wird sowohl von Einheimischen als auch von internationalen Touristen besucht.
Bislang wurden 45 Verdachtsfälle registriert. Davon sind vier laborbestätigt und 17 weitere gelten als wahrscheinliche Fälle. Unter den Betroffenen befinden sich sowohl Costa-Ricaner als auch ausländische Besucher. Die Laborbestätigung erfolgte durch das nationale Referenzinstitut INCIENSA.
Die Gesundheitsbehörden haben umfangreiche Maßnahmen zur Bekämpfung der übertragenden Aedes aegypti-Mücken eingeleitet. Rund 5.000 Haushalte wurden mittels thermischer Vernebelung behandelt, zusätzlich fanden gezielte Hausinspektionen und die Beseitigung potenzieller Brutstätten in 638 Haushalten statt. Die Bevölkerung und Reisende werden aufgefordert, konsequent Mückenschutzmittel zu verwenden, Moskitonetze einzusetzen und stehendes Wasser zu entfernen.
Der Ausbruch ist epidemiologisch bedeutsam, da es sich um die ersten lokal übertragenen Chikungunya-Fälle in Costa Rica seit 2017 handelt. Landesweit wurden im Jahr 2026 bislang 16 bestätigte Fälle erfasst, einschließlich der mit diesem Ausbruch verbundenen Infektionen.
Die Erkrankung ist mit ausgeprägten Gelenkschmerzen verbunden, die nicht selten auch nach Abklingen der initialen Erkrankung über Monate fortbestehen. Ein wirksamer Impfstoff steht zur Verfügung.
Bewertung der Situation
Für die einheimische Bevölkerung besteht ein erhöhtes Erkrankungsrisiko, da nach nahezu neun Jahren ohne relevante Viruszirkulation ein großer Teil der Bevölkerung keine schützende Immunität besitzt. Die aktuelle Regenzeit (Mai bis November) begünstigt die Vermehrung der Überträgermücken, sodass ohne wirksame Vektorkontrolle mit einer Zunahme der Fallzahlen bis in den Herbst gerechnet werden muss.
Für Reisende ist das Risiko insbesondere bei Aufenthalten in Playa Langosta, Tamarindo und anderen Küstenregionen von Guanacaste erhöht. Da Chikungunya, Dengue und Zika durch dieselben Mücken übertragen werden und ähnliche Symptome verursachen, sollte bei Fieber und starken Gelenkschmerzen nach einem Aufenthalt in der Region eine ärztliche Abklärung erfolgen.
Für Deutschland besteht derzeit kein Risiko einer lokalen Übertragung, da die klimatischen Voraussetzungen für eine nachhaltige Ausbreitung begrenzt sind. Importierte Erkrankungsfälle bei Reiserückkehrern sind jedoch möglich.
Unternehmen mit Mitarbeitenden in Costa Rica sollten den Ausbruch bei der Reiseplanung berücksichtigen. Insbesondere für Projekte mit Sites vor Ort besteht ein hohes Verzögerungsrisiko durch Mitarbeiterausfälle. Geschäftsreisen in die betroffene Region können grundsätzlich weiterhin durchgeführt werden, sofern konsequente Maßnahmen zum Schutz vor Mückenstichen umgesetzt werden.
Empfehlungen
Für Reisende
- Reisemedizinische Beratung in Anspruch nehmen
- Impfung gegen Chikungunya
- Konsequenter Mückenschutz
- In klimatisierten Unterkünften oder unter Moskitonetzen übernachten.
- Stehendes Wasser in der unmittelbaren Umgebung beseitigen
- Bei Fieber, Hautausschlag oder ausgeprägten Gelenkschmerzen während oder nach der Reise umgehend ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen und auf den Aufenthalt in Costa Rica hinweisen.
Für Unternehmen
- Für Projektsites wirksame Vektorkontrollmaßnahmen etablieren
- Arbeitsmedizinische Vorsorge sicherstellen
- Impfung ermöglichen
- Geeignete Repellentien und gegebenenfalls imprägnierte Kleidung bereitstellen
- Unterkünfte mit wirksamem Mückenschutz bevorzugen
Quelle der Meldung
ECDC | Tico Times | Teletica
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