Zwischen dem 1. Januar und dem 31. Mai 2026 wurden weltweit 114.829 Fälle von Cholera und akuten wässrigen Durchfällen (AWD) sowie 1.318 Todesfälle aus 23 Ländern in vier WHO-Regionen gemeldet. Besonders betroffen sind die afrikanische Region sowie die Region des östlichen Mittelmeerraums. Im Mai 2026 stiegen die Fallzahlen im Vergleich zum Vormonat um 43 % an.
Cholera ist eine akute Durchfallerkrankung, die durch das Bakterium *Vibrio cholerae* verursacht wird. Die Übertragung erfolgt meist durch den Verzehr von mit dem Erreger kontaminiertem Wasser oder Lebensmitteln. Symptome reichen von leichtem Durchfall bis hin zu schweren, lebensbedrohlichen Verläufen mit massivem Flüssigkeitsverlust. Ohne schnelle Behandlung kann dies zu schwerer Dehydrierung und zum Tod führen. Die Therapie konzentriert sich primär auf eine rasche Rehydrierung (Flüssigkeitszufuhr) sowie gegebenenfalls den Einsatz von Antibiotika.
Bewertung der Situation
Die WHO stuft das globale Risiko derzeit als sehr hoch ein. Rund eine Milliarde Menschen leben in Risikogebieten. Konflikte, Fluchtbewegungen, Naturkatastrophen und klimabedingte Ereignisse erschweren die Kontrolle der Ausbrüche, da diese Faktoren die hygienische Infrastruktur schwächen und den Zugang zu medizinischer Versorgung behindern. Für die lokale Bevölkerung in betroffenen Gebieten ist die Gefahr durch eine mangelhafte sanitäre Infrastruktur extrem hoch. Das Risiko für Reisende ist in den betroffenen Regionen abhängig vom Reiseziel und dem Verhalten vor Ort. Für Deutschland besteht kein direktes Ausbruchsrisiko, jedoch unterstreicht die Lage die Notwendigkeit bei Reisen in Endemiegebiete entsprechende Vorsorge zu treffen. Unternehmen mit Standorten und Projekten in betroffenen Ländern müssen aufgrund der komplexen Lage mit operativen Herausforderungen rechnen.
Empfehlungen
Für Reisende:
- Strenge Einhaltung von Hygienemaßnahmen: „Cook it, peel it, boil it or leave it“.
- Nur Wasser aus sicheren Quellen (versiegelt oder abgekocht) trinken.
- reisemedizinische Beratung in Anspruch nehmen
- Regelmäßiges Händewaschen mit Wasser und Seife.
- Impfung verfügbar, aber nur bei entsprechender Exposition erforderlich.
Für Unternehmen:
- Risikobewertung für lokale Standorte durchführen und die Wasser- und Sanitärversorgung (WASH) für Mitarbeiter sicherstellen.
- Bereitstellung von Informationen und Schulungen zur Prävention für entsandtes Personal.
- betriebsärztliche Vorsorge sicherstellen
- Planung von Notfallprotokollen
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