Die Gesundheitsbehörden Sri Lankas haben bis zum 1. Juli 2026 insgesamt 56.422 Dengue-Erkrankungen und 35 Todesfälle registriert. Allein im Juni wurden 21.556 neue Fälle gemeldet – der höchste Monatswert des Jahres. Besonders betroffen ist weiterhin die Westprovinz, jedoch hat sich der Ausbruch inzwischen landesweit ausgebreitet. Die Zahl der als Hochrisikogebiete eingestuften Gesundheitsbezirke stieg innerhalb weniger Wochen von 72 auf 124. Als vorherrschender Virustyp zirkuliert derzeit Denguevirus Serotyp 2 (DENV-2). Die Krankenhäuser behandeln durchschnittlich 2.179 Dengue-Patienten pro Tag, wodurch das Gesundheitssystem zunehmend unter Druck gerät.
Erreger: Denguevirus (DENV), behülltes RNA-Virus aus der Familie der Flaviviridae; derzeit dominiert der Serotyp DENV-2.
Übertragung: Durch den Stich infizierter Stechmücken der Gattung Aedes (vor allem Aedes aegypti und Aedes albopictus). Eine direkte Übertragung von Mensch zu Mensch erfolgt nicht.
Inkubationszeit: Meist 4–10 Tage nach dem Mückenstich.
Symptome: Plötzlich einsetzendes hohes Fieber, starke Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen, Schmerzen hinter den Augen, Übelkeit, Hautausschlag und ausgeprägtes Krankheitsgefühl.
Komplikationen: Schweres Dengue mit Blutungen, Plasmaaustritt, Schock (Dengue-Schock-Syndrom), Organversagen und in schweren Fällen tödlichem Verlauf. Nach einer früheren Infektion mit einem anderen Serotyp besteht bei einer erneuten Infektion ein erhöhtes Risiko für schwere Krankheitsverläufe.
Therapie: Eine spezifische antivirale Therapie steht nicht zur Verfügung. Die Behandlung erfolgt symptomatisch mit konsequenter Flüssigkeitstherapie, engmaschiger Überwachung und frühzeitiger Behandlung von Komplikationen. Zur Prävention steht ein gut wirksamer Impfstoff zur Verfügung.
Bewertung der Situation
Mit über 56.000 Erkrankungen innerhalb von sechs Monaten hat Sri Lanka bereits die Gesamtzahl der Dengue-Fälle des Jahres 2025 überschritten. Die Dominanz von DENV-2 ist epidemiologisch bedeutsam, da Personen mit früheren Infektionen durch andere Serotypen ein erhöhtes Risiko für schwere Krankheitsverläufe aufweisen. Die landesweite Ausbreitung und die hohe Zahl täglicher Krankenhausaufnahmen belasten das Gesundheitssystem erheblich. Da auf die derzeitige Monsunperiode im Herbst eine weitere saisonale Übertragungsphase folgt, besteht das Risiko einer anhaltend hohen Viruszirkulation und weiterer Fallanstiege.
Empfehlungen
Reisende: Vor Reisen nach Sri Lanka wird eine reisemedizinische Beratung empfohlen. Impfung vor der Reise: vollständige Grundimmunisierung mit 2 Impfungen im Abstand von 3 Monaten. Tagsüber und in den frühen Abendstunden konsequent Mückenschutz anwenden (Repellents, lange Kleidung, klimatisierte oder mückengeschützte Unterkünfte). Bei Fieber während oder nach der Reise sollte umgehend ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden.
Unternehmen mit Entsendungen nach Sri Lanka: Arbeitsmedizinische Vorsorge sicherstellen. Mitarbeitende sollten über das erhöhte Denguerisiko, konsequente Maßnahmen zum Mückenschutz und die Möglichkeit zur Impfung informiert werden. Geeignete Repellents, imprägnierte Kleidung und mückensichere Unterkünfte sollten bereitgestellt werden. Bei fieberhaften Erkrankungen während des Aufenthalts ist eine rasche medizinische Abklärung sicherzustellen.
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