In der Region Piura im Norden Perus wurden bis zur epidemiologischen Woche 25 (27.06.2026) insgesamt 1.109 Leptospirose-Fälle (225 bestätigt, 884 wahrscheinlich) sowie sechs Todesfälle registriert. Dies entspricht einem Anstieg von 242 % gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres. Landesweit wurden bereits 6.034 Fälle gemeldet – der höchste Wert der vergangenen fünf Jahre. Besonders betroffen sind die Bezirke Sullana und Morropón. Aufgrund anhaltender Starkregen und Überschwemmungen im Zusammenhang mit dem El-Niño-Phänomen hat Peru am 02.07.2026 für 796 Bezirke den Notstand ausgerufen.
Leptospirose ist eine bakterielle Zoonose, verursacht durch Bakterien der Gattung Leptospira. Die Übertragung erfolgt überwiegend durch Kontakt mit Wasser oder feuchtem Boden, der mit dem Urin infizierter Tiere (vor allem Nagetiere) verunreinigt ist. Eine Ansteckung erfolgt über kleine Hautverletzungen oder Schleimhäute. Typische Symptome sind Fieber, Kopfschmerzen, Muskel- und Gliederschmerzen sowie Übelkeit. Schwere Verläufe können Leber- und Nierenversagen, Lungenblutungen oder Hirnhautentzündungen verursachen und lebensbedrohlich sein. Eine frühzeitige antibiotische Behandlung verbessert die Prognose.
Bewertung der Situation
Für die einheimische Bevölkerung besteht insbesondere in überschwemmten Gebieten sowie bei landwirtschaftlichen Tätigkeiten ein deutlich erhöhtes Infektionsrisiko. Die hohe Zahl an Krankenhausaufnahmen belastet das regionale Gesundheitssystem zusätzlich.
Für Reisende besteht ein erhöhtes Risiko bei Aufenthalten in betroffenen Regionen, insbesondere bei Kontakt mit Hochwasser, stehenden Gewässern oder Schlamm sowie bei Outdoor- oder Freiwilligenaktivitäten.
Für Deutschland ist derzeit kein relevantes öffentliches Gesundheitsrisiko zu erwarten. Importierte Einzelfälle bei Reiserückkehrenden sind jedoch möglich.
Unternehmen mit Mitarbeitenden in Peru müssen aufgrund der anhaltenden Überschwemmungen und des Gesundheitsrisikos mit Beeinträchtigungen von Geschäftsreisen, Außeneinsätzen und betrieblichen Abläufen rechnen.
Empfehlungen
Reisende sollten den Kontakt mit Hochwasser, stehenden Gewässern und Schlamm vermeiden, wasserdichte Schutzkleidung und festes Schuhwerk bei unvermeidbarem Kontakt tragen, auf sorgfältige Wundhygiene achten sowie ausschließlich sauberes Trinkwasser verwenden. Bei Fieber nach einem Aufenthalt in Risikogebieten sollte umgehend ärztliche Hilfe in Anspruch genommen und auf den möglichen Kontakt mit kontaminiertem Wasser hingewiesen werden. Reisemedizinische Beratung in Anspruch nehmen!
Unternehmen sollten ihre Mitarbeitenden über das Infektionsrisiko informieren, geeignete persönliche Schutzausrüstung bereitstellen, arbeitsmedizinische Vorsorge sicherstellen, Tätigkeiten in überschwemmten Gebieten auf das notwendige Maß beschränken, Reise- und Notfallpläne überprüfen sowie bei Einsätzen vor Ort den Zugang zu medizinischer Versorgung sicherstellen.
Quelle der Meldung
Diario Correo | Peruanisches Gesundheitsministerium | Situationsbericht
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