Der Ausbruch der durch das Bundibugyo-Virus verursachten Ebola-Erkrankung (Bundibugyo Virus Disease, BVD) in der Demokratischen Republik Kongo entwickelt sich weiterhin dynamisch. Bis zum 1. Juli 2026 wurden dort 1.460 laborbestätigte Erkrankungen und 452 Todesfälle registriert. In Uganda wurden bis zum 2. Juli 2026 insgesamt 20 bestätigte Fälle sowie zwei Todesfälle gemeldet; zusätzlich trat ein wahrscheinlicher Todesfall auf. Am 24. Juni wurde außerdem in Frankreich ein importierter Fall bei einem aus der Demokratischen Republik Kongo zurückgekehrten Arzt bestätigt. Die Übertragung in Uganda steht weiterhin epidemiologisch mit dem Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo in Verbindung; eine anhaltende Gemeinschaftsübertragung wurde dort bislang nicht nachgewiesen. Die WHO bewertet das Risiko für die Demokratische Republik Kongo als sehr hoch, für Uganda und angrenzende Staaten als hoch, das globale Risiko jedoch weiterhin als niedrig.
Die Ausbreitung wird durch bewaffnete Konflikte, hohe Bevölkerungsmobilität, Vertreibung sowie eingeschränkten Zugang zur Gesundheitsversorgung erschwert. Besonders betroffen ist die Provinz Ituri, auf die über 90 % aller bestätigten Fälle entfallen. Da für das Bundibugyo-Virus derzeit weder ein zugelassener Impfstoff noch eine spezifische antivirale Therapie verfügbar sind, beruhen die Kontrollmaßnahmen auf frühzeitiger Erkennung, Isolierung, Kontaktverfolgung sowie konsequenter Infektionsprävention.
Reisebeschränkungen
Nach den aktuellen Informationen des IATA Travel Centre bestehen aufgrund dieses Ebola-Ausbruchs keine allgemeinen internationalen Einreise- oder Reisebeschränkungen für die Demokratische Republik Kongo oder Uganda. Es bestehen allerdings diverse nationale Reisebeschränkungen nach Aufenthalt in DRC oder Uganda und Einreise/Weiterreise in einige Länder (vgl. IATA). Die WHO empfiehlt ausdrücklich keine Einschränkungen des internationalen Reise- oder Warenverkehrs. Reisende müssen jedoch jederzeit mit verstärkten Gesundheitskontrollen an Grenzübergängen und Flughäfen sowie kurzfristigen lokalen Maßnahmen rechnen.
Bewertung der Situation
Für die lokale Bevölkerung stellt der Ausbruch eine erhebliche Gesundheitsbedrohung dar. Die hohe Fallzahl, die Ausbreitung auf weitere Gesundheitszonen sowie die schwierige Sicherheitslage erschweren die Eindämmung. Besonders gefährdet sind Beschäftigte im Gesundheitswesen; bislang wurden über 100 Infektionen in dieser Personengruppe bestätigt.
Für internationale Reisende bleibt das Risiko insgesamt gering, sofern Reisen nicht in betroffene Ausbruchsgebiete führen und direkte Kontakte zu Erkrankten oder deren Körperflüssigkeiten vermieden werden. Der importierte Fall nach Frankreich verdeutlicht jedoch, dass einzelne importierte Erkrankungen bei medizinischem Personal oder anderen exponierten Personen möglich sind. Für Deutschland besteht derzeit kein erhöhtes Risiko einer größeren Ausbreitung. Unternehmen mit Mitarbeitenden in der Region sollten ihre Reiserisiken fortlaufend bewerten, nur unbedingt notwendige Dienstreisen durchführen und klare Notfall- und Evakuierungspläne bereithalten.
Empfehlungen
Für Reisende
* Nicht notwendige Reisen in aktive Ausbruchsgebiete vermeiden.
* Kontakt zu Erkrankten sowie zu Blut und anderen Körperflüssigkeiten konsequent vermeiden.
* Gesundheitseinrichtungen nur bei medizinischer Notwendigkeit aufsuchen.
* Auf sorgfältige Händehygiene achten und Bestattungszeremonien mit direktem Kontakt zu Verstorbenen meiden.
* Bei Fieber oder anderen Krankheitssymptomen während oder bis 21 Tage nach der Rückkehr sofort medizinische Hilfe suchen und auf den Aufenthalt hinweisen.
Für Unternehmen
* Dienstreisen in betroffene Gebiete auf das notwendige Minimum beschränken.
* Mitarbeitende vor der Entsendung über Ebola-Risiken und Schutzmaßnahmen unterweisen.
* Verfahren zur medizinischen Versorgung, Isolierung und gegebenenfalls Evakuierung festlegen.
* Die Lageentwicklung sowie Empfehlungen von WHO und nationalen Behörden kontinuierlich überwachen und Reiseentscheidungen entsprechend anpassen.
Quelle der Meldung
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