In der Demokratischen Republik Kongo (DRC) breitet sich seit Anfang 2026 ein großer Ausbruch der Bundibugyo-Viruskrankheit (Ebolavirus) aus. Bis 11. August wurden 4.566 bestätigte Fälle und 2.128 Todesfälle gemeldet (Letalität 46,6 %). Betroffen waren 53 von 140 Gesundheitszonen in fünf Provinzen. Uganda meldete 20 bestätigte Fälle und zwei Todesfälle. Ein importierter Fall in Frankreich ist genesen; eine Weiterübertragung wurde nicht festgestellt.
Genomische Untersuchungen weisen auf eine bislang nicht beschriebene Variante des Bundibugyo-Virus hin. Die Daten sprechen für einen neuen zoonotischen Spillover und nicht für das Wiederauftreten einer früheren Viruslinie. Hinweise aus retrospektiven Untersuchungen legen nahe, dass die Übertragung in der DRC bereits seit Januar/Februar 2026 und damit mehrere Monate vor der offiziellen Ausrufung des Ausbruchs im Mai lief.
Das Virus wird vor allem durch direkten Kontakt mit Blut und anderen Körperflüssigkeiten Erkrankter oder Verstorbener übertragen. Besonders relevant sind Haushaltskontakte, medizinische Versorgung und Bestattungen. Typisch sind zunächst Fieber, starke Schwäche, Kopf- und Muskelschmerzen sowie gastrointestinale Beschwerden; schwere Verläufe können zu Blutungen, Multiorganversagen und Tod führen. Die Behandlung besteht primär aus frühzeitiger Isolation und intensiver supportiver Therapie. Für Bundibugyo-Ebola gibt es derzeit keine zugelassene spezifische Therapie und keinen zugelassenen Impfstoff. Therapeutische und Impfstoffstudien laufen.
Die medizinische Versorgung bleibt teilweise überlastet, insbesondere in North Kivu und Ituri. 155 Infektionen bei Gesundheitsbeschäftigten mit 45 Todesfällen wurden gemeldet. Die Überwachung und Kontaktverfolgung weisen weiterhin Lücken auf.
Bewertung der Situation
Für die Bevölkerung der betroffenen Regionen besteht eine hohe gesundheitliche Belastung. Die lange unerkannte Übertragung, hohe Letalität und begrenzte Versorgungskapazitäten erschweren die Eindämmung. Besonders gefährdet sind enge Kontaktpersonen, Beschäftigte im Gesundheitswesen und Personen bei unsicheren Bestattungen.
Für Reisende ist das Risiko außerhalb der betroffenen Gebiete sehr gering, sofern kein direkter Kontakt zu Erkrankten oder deren Körperflüssigkeiten besteht. Reisen in Ausbruchsgebiete der DRC und Ugandas sollten jedoch nur bei zwingender Notwendigkeit erfolgen.
Für Deutschland besteht aktuell kein Hinweis auf eine relevante lokale Übertragung. Der importierte Fall in Frankreich führte zu keiner Sekundärübertragung.
Für Unternehmen mit Beschäftigten in der Region besteht insbesondere bei Entsendungen, medizinischen Tätigkeiten, humanitären Einsätzen und Reisen in betroffene Provinzen ein erhöhtes berufliches Expositionsrisiko.
Empfehlungen
Reisende:
- Nicht notwendige Reisen in aktive Ausbruchsgebiete vermeiden.
- Kontakt zu Erkrankten, Verstorbenen und deren Körperflüssigkeiten strikt vermeiden.
- Keine Teilnahme an traditionellen Bestattungsritualen mit Körperkontakt.
- Konsequente Händehygiene und Beachtung lokaler Infektionsschutzmaßnahmen.
- Bei Fieber oder entsprechenden Symptomen nach Aufenthalt in einem Risikogebiet umgehend medizinische Hilfe suchen und die Reiseanamnese offenlegen.
Unternehmen:
- Vor Entsendungen eine individuelle reisemedizinische Risikoanalyse durchführen lassen.
- Reisen in betroffene Gebiete auf zwingend erforderliche Einsätze beschränken.
- Notfall-, Evakuierungs- und Kommunikationspläne etablieren.
- Beschäftigte zu Ebola-Übertragungswegen und persönlichem Infektionsschutz schulen.
- Bei exponiertem Personal geeignete persönliche Schutzausrüstung und medizinische Betreuung sicherstellen.
- Laufende Lagebeobachtung.
Quelle der Meldung
APNews | WHO | CDC – Ebola Outbreak: Current Situation | ECDC – Ebola disease outbreak in the DRC and Uganda
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