In Marib, Jemen, wurde am 02.08.2026 wegen eines eskalierenden Masernausbruchs der öffentliche Gesundheitsnotstand ausgerufen. Seit Jahresbeginn wurden 1.624 Fälle, darunter 290 laborbestätigte Fälle, sowie 12 Todesfälle gemeldet. Besonders betroffen sind 36 Flüchtlings- und Vertriebenenlager. Masern werden durch hochinfektiöse Aerosole und Tröpfchen übertragen und verursachen typischerweise Fieber und Hautausschlag. Schwere Verläufe können insbesondere bei mangelernährten Kindern zu Lungenentzündung, Enzephalitis und Tod führen. Eine spezifische antivirale Therapie gibt es nicht; entscheidend sind Impfung und supportive Behandlung.
Erreger: Masernvirus (Morbillivirus)
Übertragung: Aerogen über Tröpfchen und Aerosole; bereits bis zu vier Tage vor Auftreten des Ausschlags ansteckend.
Symptome: Fieber, Husten, Schnupfen, Bindehautentzündung und charakteristischer Hautausschlag.
Komplikationen: Pneumonie, Enzephalitis, schwere Verläufe bei Mangelernährung und Tod.
Therapie: Keine spezifische antivirale Therapie; supportive Behandlung und Vitamin-A-Gabe können eingesetzt werden.
Bewertung der Situation
Die beengten Verhältnisse in den Lagern, geringe Impfquoten und eingeschränkte medizinische Versorgung begünstigen eine weitere Ausbreitung. Für Reisende besteht insbesondere bei Kontakt zu Vertriebenenlagern ein erhöhtes Expositionsrisiko. Eine Ausbreitung in weitere jemenitische Gouvernements ist möglich.
Empfehlungen
Reisende: Vor Reiseantritt eine reisemedizinische Beratung in Anspruch nehmen und vollständigen Masern-Impfschutz sicherstellen und Menschenansammlungen in Ausbruchsgebieten meiden.
Unternehmen: Arbeitsmedizinische Vorsorge sicherstellen. Reisen in betroffene Gebiete kritisch prüfen, Beschäftigte über das Infektionsrisiko informieren und den Impfschutz vor Entsendungen überprüfen.
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