Am 21.09.2026 wurde im Upazila Pirgacha in der Division Rangpur, Bangladesch, ein Anthrax-Ausbruch bei Rindern für beendet erklärt. Ein Rind wurde nach seinem Tod mittels PCR positiv auf Bacillus anthracis getestet. Nach Angaben der Behörden traten im betroffenen Gebiet auch humane Fälle auf; deren genaue Zahl wurde nicht veröffentlicht. Als mögliche Infektionsquelle wurde der Kontakt mit erkrankten Tieren an Weide- und Tränkestellen angegeben. Maßnahmen umfassten Desinfektion, Überwachung und die Impfung von Nutztieren.
Erreger: Bacillus anthracis, ein sporenbildendes Bakterium.
Übertragung: Vor allem durch Kontakt mit infizierten Tieren, Tierkadavern oder kontaminierten tierischen Produkten; auch durch den Verzehr kontaminierten Fleisches möglich.
Symptome: Bei der häufigsten kutanen Form zunächst eine juckende Hautveränderung, anschließend Bläschen und ein charakteristischer schwarzer Schorf mit Schwellung.
Komplikationen: Unbehandelt können schwere Blutvergiftung, Schock und Tod auftreten. Je nach Aufnahmeweg sind auch schwere Magen-Darm- oder Lungenverläufe möglich.
Therapie: Frühzeitige Behandlung mit geeigneten Antibiotika; bei schweren Verläufen ist eine intensivmedizinische Versorgung erforderlich.
Bewertung der Situation
Der bestätigte Anthrax-Nachweis bei einem Rind und das gleichzeitige Auftreten humaner Erkrankungen zeigen eine bestehende zoonotische Exposition in Pirgacha. Die Übertragung über infizierte Tiere und kontaminierte Weide- oder Tränkebereiche passt zum bekannten Umweltreservoir von B. anthracis. Der Ausbruch steht zudem im Zusammenhang mit einer breiteren Anthrax-Aktivität in Bangladesch im August und September 2026. Unzureichende Tierimpfung, unkontrollierte Schlachtung und unsichere Entsorgung von Kadavern können zusätzliche Infektionswege schaffen.
Empfehlungen
Reisende: Vor Reiseantritt eine reisemedizinische Beratung in Anspruch nehmen. Kontakt zu erkrankten oder verendeten Tieren vermeiden und kein Fleisch von Tieren unbekannter Herkunft oder von plötzlich verendeten Tieren verzehren. Bei verdächtigen Hautveränderungen oder anderen Beschwerden nach möglicher Exposition frühzeitig medizinische Hilfe suchen.
Unternehmen: Arbeitsmedizinische Vorsorge sicherstellen, insbesondere bei Beschäftigten mit Kontakt zu Nutztieren, Tierprodukten oder Fleisch. Mitarbeiter über das Infektionsrisiko und geeignete Schutzmaßnahmen informieren und bei möglicher Exposition eine zeitnahe medizinische Abklärung ermöglichen.
Quelle
WOAH-WAHIS | NewAge | NewAge
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