In den ersten acht Monaten 2026 wurden in Westkasachstan 57 Keuchhustenfälle bei Kindern gemeldet, davon 30 bei Säuglingen im Alter von 1 bis 12 Monaten und 27 bei Kindern bis 14 Jahre. In Uralsk wurden 42 Fälle registriert. Im gleichen Zeitraum 2025 waren es lediglich neun Fälle. Landesweit wurden in Kasachstan 250 Fälle gemeldet; 91 % betrafen ungeimpfte Kinder unter fünf Jahren.
Erreger: Bordetella pertussis, ein hoch ansteckendes Bakterium.
Übertragung: Vor allem durch Tröpfchen bei engem Kontakt mit Erkrankten, insbesondere innerhalb von Familien und Gemeinschaftseinrichtungen.
Symptome: Zunächst erkältungsähnliche Beschwerden, anschließend anhaltende Hustenanfälle mit keuchendem Einatmen, teilweise Erbrechen und Atempausen.
Komplikationen: Besonders bei Säuglingen sind Atemstillstände, Lungenentzündung, Krampfanfälle und Enzephalopathien möglich; schwere Verläufe können tödlich enden.
Therapie: Antibiotika, insbesondere Makrolide, können die Weitergabe reduzieren. Zusätzlich erfolgt eine unterstützende Behandlung; schwer erkrankte Säuglinge benötigen gegebenenfalls intensivmedizinische Versorgung.
Bewertung der Situation
Die deutliche Zunahme in Westkasachstan steht im Gegensatz zum landesweiten Rückgang um 10 % und zeigt regionale Unterschiede in der Impf- und Immunitätslage. Besonders betroffen sind Säuglinge, die noch keinen vollständigen Grundschutz aufgebaut haben. Die hohe Zahl ungeimpfter Kinder unter den nationalen Fällen spricht für bestehende Impflücken. Auch in Ostkasachstan wurden erhöhte Fallzahlen gemeldet. Für Reisende besteht bei engem Kontakt mit Kleinkindern und ungeimpften Personen ein erhöhtes Übertragungsrisiko. Für Deutschland besteht kein unmittelbares Risiko einer lokalen Übertragung.
Empfehlungen
Reisende: Vor Reiseantritt den Impfschutz überprüfen und eine reisemedizinische Beratung in Anspruch nehmen. Besonders bei Reisen mit Säuglingen oder engem Kontakt zu Kindern sollte auf einen vollständigen altersgerechten Impfschutz geachtet werden. Bei anhaltendem Husten oder Atemproblemen frühzeitig medizinische Hilfe suchen.
Unternehmen: Arbeitsmedizinische Vorsorge sicherstellen. Beschäftigte über die Übertragung und die Bedeutung eines vollständigen Impfschutzes informieren. Bei längerem Aufenthalt oder engem Kontakt zu lokalen Familien und Kindern sollte besonders auf einen aktuellen Impfstatus geachtet werden.
Quelle
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