Bis zum 23.09.2026 wurden in Thailand 3.303 Leptospirose-Fälle und 46 Todesfälle registriert. Die Fallzahlen liegen seit Anfang Juli überwiegend über dem Fünfjahresmedian. Besonders betroffen sind unter anderem Ranong, Nan, Trang, Mae Hong Son und Nakhon Si Thammarat. Im Gesundheitsbezirk 9 wurden bis zum 20.09. insgesamt 306 Fälle und ein Todesfall gemeldet. Besonders häufig erkranken Landwirte sowie Menschen ab 60 Jahren.
Erreger: Leptospira-Bakterien.
Übertragung: Vor allem durch Kontakt mit durch Leptospira kontaminiertem Wasser, Schlamm oder Boden, insbesondere über kleine Hautverletzungen oder Schleimhäute. Überschwemmungen erhöhen das Expositionsrisiko.
Symptome: Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen, Schüttelfrost, Übelkeit und gerötete Augen.
Komplikationen: Schwere Verläufe können zu Nieren- und Leberversagen, Lungenblutungen, Meningitis, Schock und Tod führen.
Therapie: Frühzeitig mit geeigneten Antibiotika; bei schweren Verläufen ist eine intensivmedizinische Behandlung erforderlich.
Bewertung der Situation
Die anhaltend erhöhten Fallzahlen stehen im Zusammenhang mit der Regen- und Überschwemmungssaison. Überflutungen und aufgeweichte Böden begünstigen den Kontakt mit kontaminiertem Wasser und Schlamm. Besonders gefährdet sind Landwirte und ältere Menschen. Viele Todesfälle wurden laut Gesundheitsbehörden bei Personen beobachtet, die erst spät medizinische Hilfe suchten. Für Reisende besteht vor allem bei Aktivitäten in überfluteten oder ländlichen Gebieten ein erhöhtes Risiko. Für Deutschland besteht kein unmittelbares Risiko einer lokalen Übertragung.
Empfehlungen
Reisende: Vor Reiseantritt eine reisemedizinische Beratung in Anspruch nehmen. Kontakt mit Überschwemmungswasser, Schlamm und feuchten Böden möglichst vermeiden, insbesondere bei kleinen Hautverletzungen. Bei unvermeidbarem Kontakt wasserdichte Schuhe und Handschuhe tragen. Eine Prophylaxe mit Doxycyclin ist möglich. Bei Fieber, starken Muskel- oder Kopfschmerzen nach möglicher Exposition frühzeitig medizinische Hilfe suchen.
Unternehmen: Arbeitsmedizinische Vorsorge sicherstellen. Beschäftigte mit Tätigkeiten in der Landwirtschaft, im Baugewerbe oder nach Überschwemmungen über das Infektionsrisiko und geeignete Schutzmaßnahmen informieren. Bei unvermeidlichem Kontakt PSA und Prophylaxe mit Doxycyclin. Bei Erkrankungsverdacht sollte eine rasche medizinische Abklärung ermöglicht werden.
Quelle
Thailand Department of Disease Control | Banmuang | The Thaiger
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