Bis zum 23.09.2026 wurden in Honduras 280 Keuchhustenfälle und 22 Todesfälle gemeldet. Damit stiegen die Fallzahlen seit Mitte Juni um 60 %, die Zahl der Todesfälle um 57,1 %. Drei der zuletzt gemeldeten Todesfälle betrafen ungeimpfte Kinder. Besonders betroffen sind Säuglinge; die Todesfälle konzentrieren sich vor allem auf Francisco Morazán und den Norden des Landes. Die Gesundheitsbehörden empfehlen die vollständige Impfung von Kindern und eine Impfung während der Schwangerschaft.
Erreger: Bordetella pertussis, ein Bakterium.
Übertragung: Vor allem durch Tröpfchen bei engem Kontakt mit Erkrankten; besonders leicht innerhalb von Haushalten und Gemeinschaftseinrichtungen.
Symptome: Zunächst erkältungsähnliche Beschwerden mit Schnupfen und Husten, anschließend anhaltende Hustenanfälle, teilweise mit keuchendem Einatmen und Erbrechen.
Komplikationen: Insbesondere bei Säuglingen sind Lungenentzündung, Atemstillstand, Krampfanfälle und Tod möglich.
Therapie: Antibiotika, insbesondere Makrolide, können die Erregervermehrung und Weitergabe reduzieren. Zusätzlich erfolgt eine unterstützende Behandlung; schwere Säuglingsfälle können eine intensivmedizinische Versorgung benötigen.
Bewertung der Situation
Die aktuellen Todesfälle bei ungeimpften Säuglingen verdeutlichen die besondere Gefährdung dieser Altersgruppe. Ein vollständiger Impfschutz wird in Honduras durch Impfungen im Säuglingsalter und Auffrischungen aufgebaut. Die gemeldete Impfquote von etwa 80 % liegt unter der von PAHO empfohlenen Zielgröße von mindestens 95 % für die dreiteilige Grundimmunisierung, wobei Angaben zur konkreten Impfstoffdosis und zum Bezugszeitraum fehlen. Auch die Impfung während der Schwangerschaft kann Neugeborene in den ersten Lebensmonaten schützen.
Empfehlungen
Reisende: Vor Reiseantritt den Impfschutz überprüfen und eine reisemedizinische Beratung in Anspruch nehmen. Besonders Schwangere sollten den empfohlenen Impfschutz ärztlich prüfen lassen. Engen Kontakt zu Personen mit anhaltendem Husten vermeiden und bei entsprechenden Symptomen frühzeitig medizinische Hilfe suchen.
Unternehmen: Arbeitsmedizinische Vorsorge insbesondere für langfristig Entsandte und ihre Familien sicherstellen. Beschäftigte über die Übertragung und Bedeutung eines vollständigen Impfschutzes informieren. Bei länger anhaltendem Husten oder engem Kontakt zu Erkrankten sollte eine zeitnahe medizinische Abklärung ermöglicht werden.
Quelle
Global Risk Atlas / Fundación iO | Infobae | La Tribuna | PAHO – Pertussis
Ähnliche Meldungen
Dengue, Bangladesch
Der Dengue-Ausbruch in Bangladesch hält mit hoher Krankheitslast an. Nach Angaben der Generaldirektion für Gesundheitsdienste (DGHS) wurden seit dem 1. Januar 2026 bis zum 23. Oktober insgesamt…
Gelbfieber, Côte d’Ivoire
Côte d’Ivoire meldet einen anhaltenden Gelbfieberausbruch. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurden bis zum 19. Oktober 2026 landesweit 69 Erkrankungsfälle, darunter 29 bestätigte Fälle, und…
MPox, Angola
Angola meldete am 20. Oktober 2026 insgesamt 92 aktive Mpox-Fälle. Innerhalb von 24 Stunden wurden zwei neue Fälle aus der Provinz Moxico gemeldet; elf Patienten konnten entlassen werden. In diesem…
Diphtherie, Senegal
Im Senegal wurden bislang 368 bestätigte Diphtheriefälle und 14 Todesfälle gemeldet. Betroffen sind 60 Gesundheitsdistrikte in 13 Regionen. Seit der letzten Meldung kamen zwei weitere Todesfälle…


