Anlass und Studiendesign
Moderna hat in einer Phase-3-Studie untersucht, ob der kombinierte mRNA-Impfstoff mRNA-1083 gegen Grippe und COVID-19 bei über 50-Jährigen mindestens ebenso wirksam ist wie die bisherigen Einzelimpfstoffe. Rund 8 000 Proband\:innen wurden entweder mit dem Kombipräparat oder getrennt mit Spikevax (mRNA-1283) und einem zugelassenen Grippeimpfstoff (Fluzone HD oder Fluarix) geimpft. Als Endpunkt diente der Nachweis der Nichtunterlegenheit anhand von Antikörpertiter-Messungen (Immunantwort), nicht die tatsächliche Infektionsrate.
Immunogenität
Influenza A: mRNA-1083 erzeugte höhere Antikörperlevel gegen Influenza-A-Stämme als die Standard-Grippeimpfstoffe.
Influenza B: Immunantwort vergleichbar mit den Einzelimpfungen.
SARS-CoV-2 (Spike-Protein): Ebenfalls mindestens gleich starke Antikörperreaktion wie bei Spikevax allein.
Sicherheit und Verträglichkeit
Es traten keine schweren Nebenwirkungen auf.
Übliche Impfreaktionen (z. B. Schmerzen an der Einstichstelle, Müdigkeit, Kopfschmerzen) zeigten sich in vergleichbarer Häufigkeit wie bei den Einzelimpfungen, wenngleich geringfügig häufiger, verschwanden jedoch innerhalb weniger Tage.
Innerhalb von 28 Tagen nach Impfung gab es keine Unterschiede bei schwereren unerwünschten Ereignissen.
Experteneinschätzung (Prof. Carsten Watzl)
Wirksamkeit: Die deutlich guten Immunantworten deuten darauf hin, dass der Kombiimpfstoff mindestens gleichwertigen, möglicherweise höheren Schutz bietet.
Zusammensetzung: Basierend auf den für die Saison 2023/24 empfohlenen Grippe-Stämmen und der SARS-CoV-2-Variante XBB1.5. Bei Bedarf kann die mRNA-Formulierung schnell an künftige Virusstämme angepasst werden.
Nebenwirkungsprofil: Leichte bis mäßige lokale und systemische Reaktionen sind geringfügig häufiger als bei Einzelimpfungen, aber durchweg vorübergehend und ähnlich gut verträglich.
Auswirkung auf Impfquoten: Ein Impfstoff statt zwei Einzelinjektionen könnte logistisch zu höheren Impfquoten führen, da Grippe- und Coronaimpfung zeitgleich empfohlen werden.
Ausblick
Langfristige Daten zur Wirksamkeit und Sicherheit des Kombiimpfstoffs fehlen noch. Weitere Studien über mehrere Saisons sind nötig, um Langzeiteffekte und tatsächliche Schutzraten gegen Infektionen zu ermitteln. Moderna sowie Pfizer/BioNTech arbeiten parallel an ähnlichen mRNA-Kombipräparaten. Der Pfizer Impfstoff konnte in der Phase III Studie im Jahr 2024 keine Überlegenheit gegenüber den Einzelimpfstoffen nachweisen.
Es scheint also so, als ob der langersehnte Kombinationsimpfstoff auch dieses Jahr noch nicht verfügbar sein wird.
Quelle
Ähnliche Meldungen
Welt-Hepatitis-Tag: Wissen schützt
28. Juli – Gemeinsam gegen Hepatitis Jedes Jahr am 28. Juli macht der Welt-Hepatitis-Tag auf die Bedeutung der Prävention, Früherkennung und Behandlung von Virushepatitis aufmerksam. Das deutsche…
Hitze am Arbeitsplatz – Was sagt der Betriebsarzt?
Warum Hitze am Arbeitsplatz ein Risiko ist Durch den Klimawandel treten Hitzewellen immer häufiger und intensiver auf. Hohe Temperaturen am Arbeitsplatz können die Gesundheit und Leistungsfähigkeit…
22. Juli 2026Allgemeine Meldungen,HitzeHitzeschutz,Arbeitsplatz,Aktuelles aus der Praxis,Betriebsarzt
„Flughafenmalaria“ in Frankfurt
eine Kuriosität wird im aktuellen Epidemiologischen Bulletin des Robert Koch Institutes (RKI) berichtet: in Frankfurt sind 4 Mitarbeiter des Flughafens an Malaria erkrankt... ohne vorher in einem…
16. Juli 2026Allgemeine Meldungen,Aktuelle Epi-Lage,Aktuelles aus der PraxisArbeitsmedizin,Flughafenmalaria,Reisemedizin,Betriebsarzt
Welt-Dengue-Tag 2026 – Reisemedizin und Travel Risk Management
Der Welt-Dengue-Tag 2026 steht im Zeichen einer Entwicklung, die Infektionsmediziner, Reisemediziner und Unternehmen weltweit zunehmend beschäftigt: Denguefieber ist längst keine ausschließlich…
15. Juni 2026Allgemeine Meldungen,Aktuelle Epi-Lage,Aktuelles aus der PraxisDengue,Weltdenguetag,Entsendung,Betriebsarzt Auslandsentsendung,Travel Risk Management



