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Der folgende Bericht analysiert die wichtigsten reismedizinisch relevanten Risiken im Zusammenhang mit der FIFA-Fußballweltmeisterschaft 2026, die vom 11. Juni bis 19. Juli 2026 in Kanada, den USA und Mexiko stattfinden wird. Mit 48 Nationalmannschaften, 104 Spielen, 16 Austragungsorten und geschätzten 6,5 Millionen Stadionbesuchern stellt das Turnier die größte Fußballweltmeisterschaft der Geschichte dar.

Neben den Stadionbesuchern werden Millionen weitere Menschen an Fanfesten, Public-Viewing-Veranstaltungen, in Hotels, Restaurants, Verkehrsknotenpunkten und anderen Massenveranstaltungen teilnehmen. Solche Großereignisse schaffen ideale Bedingungen für die Verbreitung von Infektionskrankheiten, insbesondere durch hohe Mobilität, internationale Reisetätigkeit, dichte Menschenansammlungen und intensive soziale Kontakte.

Nichtinfektiöse Gesundheitsrisiken

Waldbrände und Rauchbelastung

Insbesondere in Kanada besteht während des Sommers 2026 ein erhöhtes Risiko für Waldbrände. Britisch-Kolumbien, wo Vancouver Austragungsort sein wird, gilt als besonders gefährdet. Rauchpartikel können:

  • Asthma verschlimmern,
  • chronische Lungenerkrankungen verschärfen,
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen belasten,
  • die medizinische Versorgung zusätzlich beanspruchen.

Je nach Wetterlage kann sich Rauch auch auf US-amerikanische Austragungsorte ausbreiten.

Hitze

Viele Spiele finden in Regionen statt, in denen Temperaturen von über 32 °C erwartet werden. Folgen können sein:

  • Hitzschlag,
  • Hitzeerschöpfung,
  • Dehydrierung,
  • Herz-Kreislauf-Belastungen.

Die Hitze begünstigt zugleich die Vermehrung zahlreicher Krankheitserreger in Lebensmitteln und erhöht dadurch indirekt das Risiko lebensmittelbedingter Infektionen.

Höhenkrankheit

Mexiko-Stadt liegt auf etwa 2240 Metern Höhe. Besucher aus tiefer gelegenen Regionen können entwickeln:

  • Kopfschmerzen,
  • Atemnot,
  • Müdigkeit,Übelkeit,
  • Schlafstörungen.

Diese Symptome können zudem die Diagnose anderer Erkrankungen erschweren.

Allgemeine infektiologische Ausgangslage

Die enorme internationale Mobilität während des Turniers kann mehrere Effekte haben:

  1. Einschleppung von Krankheitserregern aus aller Welt.
  2. Vermehrte Entdeckung bereits vorhandener Erkrankungen.
  3. Entstehung lokaler Ausbrüche durch Menschenansammlungen.
  4. Grenzüberschreitende Weiterverbreitung von Infektionen.

Die wichtigsten Krankheitsgruppen sind:

  • Atemwegserkrankungen
  • Magen-Darm-Erkrankungen
  • Impfpräventable Krankheiten
  • Sexuell übertragbare Krankheiten
  • Hautinfektionen
  • Durch Mücken übertragene Krankheiten
  • Durch Zecken übertragene Krankheiten

Atemwegserkrankungen

Relevante Erreger

* Influenza
* COVID-19
* RSV
* andere Atemwegsviren
* Tuberkulose
* Legionellen

Risikofaktoren

Die Übertragung wird vor allem begünstigt durch:

* Flugreisen
* Hotels
* Bars
* Restaurants
* öffentliche Verkehrsmittel
* Gemeinschaftsunterkünfte

Da das Turnier im Sommer stattfindet, wird das Risiko niedriger eingeschätzt als während der Wintermonate.

Influenza

Zwar herrscht auf der Nordhalbkugel im Sommer normalerweise geringe Aktivität, jedoch können Besucher aus Ländern der Südhalbkugel Influenzaviren einschleppen.

COVID-19 und andere Viren

COVID-19 bleibt weltweit präsent. Zusätzlich können saisonale Anstiege anderer Viren auftreten.

Tuberkulose

Akute Erkrankungen während des Turniers sind unwahrscheinlich. Allerdings könnten nachträgliche Kontaktverfolgungen erforderlich werden, falls infektiöse Personen in Mannschaften oder Unterkünften identifiziert werden.

Legionellose

Besonders Hotelanlagen und Klimaanlagen können als Quelle dienen.

Bewertung

Atemwegsinfektionen werden voraussichtlich die häufigste Ursache medizinischer Konsultationen darstellen. Große Ausbrüche gelten jedoch als eher unwahrscheinlich.

Magen-Darm-Erkrankungen

Höchste operative Relevanz

Lebensmittel- und wasserbedingte Erkrankungen stellen die wahrscheinlichste Ursache größerer betrieblicher Störungen während der WM dar.

Wichtige Erreger

* Norovirus
* Salmonellen
* Campylobacter
* Shigellen
* E. coli
* Clostridium perfringens
* Hepatitis A

Zusätzlich:

* Typhus
* Cholera
* Giardia
* Cryptosporidium
* Cyclospora

Warum steigt das Risiko?

Mehrere Faktoren wirken zusammen:

* hohe Temperaturen
* temporäre Verkaufsstände
* Massenzubereitung von Speisen
* Straßenverkauf
* hohe Nachfrage in Restaurants
* Überlastung von Küchen und Personal

Norovirus

Noroviren gelten als besonders problematisch. Sie verbreiten sich über:

* Lebensmittel
* Oberflächen
* Wasser
* direkten Personenkontakt

Bereits wenige Viren genügen für eine Ansteckung.

Salmonellen und Campylobacter

Diese Bakterien verursachen weltweit einen großen Anteil schwerer lebensmittelbedingter Erkrankungen. Die Sommerhitze erhöht das Risiko zusätzlich.

Hepatitis A

Durch infizierte Lebensmittelarbeiter können Ausbrüche entstehen. Aufgrund der langen Inkubationszeit würden viele Fälle jedoch erst nach Rückkehr der Besucher auftreten.

Auswirkungen

Ein größerer Ausbruch könnte gleichzeitig betreffen:

* Mannschaften
* Offizielle
* Volunteers
* Caterer
* Zuschauer

Dadurch wären erhebliche organisatorische Probleme möglich.

Bewertung

Lebensmittel- und wasserbedingte Erkrankungen werden als eines der wichtigsten Gesundheitsrisiken der gesamten Weltmeisterschaft angesehen.

Impfpräventable Krankheiten

Masern als größte Sorge

Der Bericht bezeichnet Masern als die bedeutendste impfpräventable Bedrohung der WM 2026. Gründe:

* extrem hohe Ansteckungsfähigkeit
* laufende Ausbrüche in allen Gastgeberländern
* weltweite Wiederzunahme der Erkrankung

Der Basisreproduktionswert von Masern liegt bei 12–18 und gehört damit zu den höchsten bekannten Infektionskrankheiten.

Situation in Kanada

Kanada verlor im November 2025 offiziell seinen Status als Land mit eliminierter Masernübertragung. Bis Mai 2026 wurden über 1000 Fälle registriert.

Situation in den USA

Bis Mai 2026 wurden fast 2000 bestätigte Fälle in 40 Bundesstaaten gemeldet. Über 90 % standen im Zusammenhang mit Ausbrüchen.

Situation in Mexiko

Mexiko weist die schwerste Situation auf. Zwischen 2025 und Mai 2026 wurden 17.719 Fälle, 41 Todesfälle registriert. Besonders betroffen:

* Jalisco (Guadalajara)
* Mexiko-Stadt

Beides sind Austragungsorte der WM.

Öffentliche Gesundheitsfolgen

Ein einziger infektiöser Besucher könnte:

* Flughäfen,
* Stadien,
* Hotels,
* Fanveranstaltungen

als Ausgangspunkt neuer Übertragungsketten nutzen. Da Masern eine Inkubationszeit von 10–14 Tagen besitzen, würden viele Fälle erst nach der Heimreise auftreten. Dadurch wird die Kontaktverfolgung erheblich erschwert.

Weitere impfpräventable Krankheiten

Keuchhusten (Pertussis)

* weltweit erhöhte Aktivität
* zunehmende Antibiotikaresistenzen

Diphtherie

* geringes Risiko
* hohe Aufmerksamkeit bei Importfällen

Poliomyelitis

* geringe Wahrscheinlichkeit
* erheblicher Handlungsbedarf bei Auftreten

Meningokokken

Besonders relevant aufgrund:

* schwerer Krankheitsverläufe
* notwendiger Chemoprophylaxe enger Kontakte

Hautinfektionen, Mpox und sexuell übertragbare Krankheiten

Hintergrund

Großveranstaltungen fördern:

* internationale Kontakte,
* soziale Interaktion,
* sexuelle Begegnungen.

Dadurch steigen Risiken für STI-Übertragungen.

Relevante Erkrankungen

* Gonorrhoe
* Syphilis
* Chlamydien
* HIV
* Hepatitis B
* Hepatitis C

Antibiotikaresistenzen

Besonders besorgniserregend sind:

* multiresistente Gonorrhoe-Stämme
* extensiv resistente Gonorrhoe-Stämme

Mpox

Die Einfuhr von Mpox-Klade Ib wird als moderates Risiko bewertet. Die Übertragung erfolgt hauptsächlich durch:

* enge körperliche Kontakte
* sexuelle Kontakte
* Haushaltskontakte

Massive Übertragungen in Stadien gelten dagegen als unwahrscheinlich.

Bewertung

STIs werden häufig erst Tage oder Wochen nach dem Ereignis diagnostiziert. Daher dürfte die tatsächliche Belastung während der WM unterschätzt werden.

Durch Mücken übertragene Krankheiten

Wichtige Erreger

* Dengue
* Chikungunya
* Zika
* West-Nil-Virus

Kanada und USA

Die größte Bedeutung besitzt das West-Nil-Virus. Die Überwachung erfolgt national und regional.

Mexiko

Hier stehen Dengue, Chikungunya und Zika im Vordergrund. Bis Mitte Mai 2026 wurden bereits über 20.000 Dengue-Fälle gemeldet. Besonders betroffen ist Jalisco mit Guadalajara als WM-Spielort.

Zika

Zika ist insbesondere für Schwangere relevant. Infektionen können:

* Fehlbildungen
* Fehlgeburten
* schwere Entwicklungsstörungen verursachen.

Regionale Unterschiede

Mexiko-Stadt gilt aufgrund seiner Höhenlage als vergleichsweise geschützt. Andere Regionen besitzen deutlich höhere Risiken.

Bewertung

Da die WM mitten in die Mückensaison fällt, wird eine erhöhte Aufmerksamkeit empfohlen.

Durch Zecken übertragene Krankheiten

Relevante Erkrankungen

* Lyme-Borreliose
* Anaplasmose
* Babesiose
* Ehrlichiose
* Rocky-Mountain-Fleckfieber

Saisonaler Höhepunkt

Die WM fällt in die Zeit maximaler Zeckenaktivität. Die USA registrierten bereits im Frühjahr 2026 außergewöhnlich viele Notaufnahmen nach Zeckenstichen.

Lyme-Borreliose

Die häufigste Zeckenkrankheit Nordamerikas. Das Risiko betrifft vor allem:

* Wanderer
* Camper
* Naturtouristen

nicht jedoch primär Stadionbesucher.

Rocky-Mountain-Fleckfieber

Besonders relevant in Nordmexiko. Die Erkrankung kann lebensbedrohlich verlaufen.

Bewertung

Das Risiko wird insgesamt als niedrig eingestuft. Große Ausbrüche sind wegen fehlender Mensch-zu-Mensch-Übertragung praktisch ausgeschlossen.

Seltene, aber schwerwiegende Importkrankheiten

Virale hämorrhagische Fieber

* Bundibugyo-Virus
* Lassa-Fieber
* Gelbfieber
* Krim-Kongo-Fieber

MERS-CoV

Importfälle aus dem Nahen Osten bleiben möglich.

Neue Influenzaviren

Variantengruppen könnten eingeschleppt werden.

Antibiotikaresistente Erreger

Die globale Mobilität fördert deren Verbreitung. Obwohl solche Ereignisse unwahrscheinlich sind, würden sie umfangreiche internationale Reaktionen auslösen.

Integrierte Gesamtbewertung

Die meisten Erkrankungen werden alltägliche Infektionen sein

Die Mehrzahl der Fälle wird wahrscheinlich ausmachen:

* Atemwegsinfektionen
* Magen-Darm-Erkrankungen

Diese stellen die epidemiologische Grundlast der WM dar.

Masern sind die größte impfpräventable Gefahr

Die weltweite Wiederzunahme der Erkrankung macht die FIFA-WM 2026 besonders anfällig für internationale Übertragungsketten.

Lebensmittelbedingte Erkrankungen haben das höchste Störungspotenzial

Sie können innerhalb weniger Stunden oder Tage zahlreiche Personen gleichzeitig betreffen und damit Veranstaltungsabläufe beeinträchtigen.

Fazit

Die größten Risiken ergeben sich aus der Kombination von Millionen internationaler Reisender, hohen Temperaturen, intensiven sozialen Kontakten und großflächigen Menschenansammlungen.

Besonders relevant sind Masern, lebensmittelbedingte Erkrankungen sowie saisonale Atemwegsinfektionen. Mücken- und Zeckenkrankheiten spielen regional eine wichtige Rolle, während hochgefährliche importierte Erreger zwar unwahrscheinlich, aber aufgrund ihrer potenziellen Auswirkungen sorgfältig überwacht werden müssen. Die Weltmeisterschaft wird damit nicht nur ein sportliches Großereignis, sondern auch ein bedeutender Test für die internationale Zusammenarbeit im Bereich der öffentlichen Gesundheit und der Infektionsüberwachung.

Die Aktuellen Ausbruchsgeschehen wie Ebola in Afrika und Hantavirus Erkrankungen spielen keine wesentliche Rolle.

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