Situationsbeschreibung
Seit Jahresbeginn 2025 verzeichnet Nigeria einen massiven Ausbruch von Lassa-Fieber. Bis zum 7. Dezember wurden 1.069 bestätigte Fälle und 195 Todesfälle in 21 Bundesstaaten gemeldet. Besonders betroffen sind die Staaten Ondo, Edo und Bauchi.
Erreger: Lassa-Virus (Arenavirus).
Übertragung: Kontakt mit infizierter Vielzitzenmäuse (Wirt) oder deren Ausscheidungen; auch Mensch-zu-Mensch-Übertragung über Körperflüssigkeiten ist möglich.
Symptome: Gradueller Beginn mit Fieber, Schwäche, Kopfschmerzen, Halsschmerzen und Muskelbeschwerden. In schweren Fällen Schwellungen im Gesicht und Blutungen.
Komplikationen: Taubheit (bei 25 % der Überlebenden), Multiorganversagen, Tod.
Therapie: unterstützende Intensivmedizin. Die Effizienz des antiviralen Medikamentes Ribavirin ist fraglich.
Bewertung der Situation
Das Risiko für die einheimische Bevölkerung ist aufgrund der weiten Verbreitung der Reservoirwirte und hoher Sterblichkeitsraten hoch. Für Reisende ist das Risiko im Allgemeinen gering, es steigt jedoch bei Aufenthalt in ländlichen Gebieten mit schlechten Hygienestandards. Auswirkungen auf Deutschland beschränken sich auf seltene Importfälle. Unternehmen mit Standorten in Nigeria sollten strenge Hygieneprotokolle in Unterkünften und Kantinen implementieren.
Empfehlungen
Reisende: Lagern Sie Lebensmittel in nagetiersicheren Behältern. Vermeiden Sie engen Kontakt zu Erkrankten und achten Sie auf strikte Händehygiene.
Unternehmen: Durchführung von Maßnahmen zur Nagetierbekämpfung (Pest Control) in Lagern und Büros. Aufklärung der Mitarbeiter über die Symptome und Sicherstellung des Zugangs zu medizinischer Notfallversorgung. Reisesperren sind derzeit nicht angezeigt.
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