In Singapur wurden erstmals zwei autochthone Fälle einer Mpox-Infektion des Clade Ib nachgewiesen. Der erste Fall betraf einen 30-jährigen Mann ohne Reiseanamnese, der am 25.03.2026 Symptome entwickelte und am 30.03.2026 hospitalisiert wurde; die Laborbestätigung erfolgte am 31.03.2026. Der zweite Fall ist ein 34-jähriger Mann mit Reiseanamnese, der engen Kontakt zum ersten Fall hatte, am 26.03.2026 Symptome entwickelte und am 01.04.2026 diagnostiziert wurde. Beide Patienten befinden sich in stabilem Zustand und werden zu Hause isoliert (bis 20.04.2026 bzw. 21.04.2026). Die Kontaktverfolgung läuft; enge Kontakte werden aufgefordert, ihren Gesundheitszustand zu überwachen, und Hochrisikokontakte erhalten postexpositionelle Impfung.
Erreger: Mpox-Virus (Orthopoxvirus, Clade Ib)
Übertragung: Direkter körperlicher Kontakt, insbesondere über sexuelle Netzwerke
Inkubationszeit: 5–21 Tage
Symptome: Hautausschlag, Bläschen, Fieber, Müdigkeit, Kopfschmerzen, geschwollene Lymphknoten
Komplikationen: Selten schwere Verläufe, sekundäre Infektionen
Therapie: Symptomatische Behandlung; antivirale Therapie in schweren Fällen möglich
Bewertung der Situation
Die Entdeckung des Clade-Ib-Stamms markiert eine epidemiologische Verschiebung in Singapur, da bisher alle Fälle Clade-II-Stämme betrafen. Die Übertragung zwischen den beiden Fällen weist auf aktive Gemeinschaftsübertragung hin, vor allem in Netzwerken mit engem körperlichem Kontakt. Das Muster zeigt, dass frühe Infektionsketten trotz starker Surveillance schwer zu unterbrechen sind. Das Risiko für die allgemeine Bevölkerung bleibt derzeit begrenzt, jedoch könnten Hochrisikogruppen, insbesondere Männer, die Sex mit Männern haben, weiterhin verstärkt betroffen sein.
Empfehlungen
Reisende: Enge körperliche Kontakte vermeiden, auf Hautveränderungen achten, Hygienemaßnahmen einhalten und bei Symptomen frühzeitig medizinische Abklärung suchen.
Unternehmen: Sensibilisierung für Symptome und Übertragungswege, Förderung von Aufklärung insbesondere in Risikogruppen, Sicherstellung von arbeitsmedizinischer Vorsorge für entsandte Mitarbeiter.
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