In den chinesischen Provinzen Gansu und Xinjiang wurde erstmals der Maul- und Klauenseuche (MKS)-Serotyp SAT1 bei Rindern nachgewiesen; rund 219 Tiere sind erkrankt. MKS ist eine hochansteckende Viruserkrankung (Aphthovirus), die durch direkten Kontakt, Aerosole oder kontaminierte Objekte übertragen wird. Typische Symptome sind Fieber sowie schmerzhafte Blasen (Vesikel) an Maul, Zunge und Klauen, was zu starkem Speichelfluss und Lahmheit führt. Komplikationen umfassen Myokarditis bei Jungtieren und massive Produktivitätsverluste. Eine spezifische Therapie existiert nicht; die Bekämpfung erfolgt durch Keulung, Desinfektion und Biosicherheit. Problematisch ist die mangelnde Kreuzimmunität lokaler Impfstoffe gegen den SAT1-Serotyp.
Bewertung der Situation
Für die lokale Bevölkerung und Agrarunternehmen besteht ein hohes wirtschaftliches Risiko durch Handelsverbote und Bestandsverluste. Das direkte Gesundheitsrisiko für Reisende und Deutschland ist vernachlässigbar, da MKS Menschen nur in extrem seltenen Einzelfällen befällt. Es besteht jedoch die Gefahr der Erregerverschleppung durch kontaminierte Lebensmittel oder Kleidung.
Empfehlungen
Reisende sollten landwirtschaftliche Betriebe in betroffenen Regionen meiden und keine tierischen Produkte nach Europa einführen.
Unternehmen, die Mitarbeiter in die Region entsenden sollten die Entsandten entsprechend informieren. Unternehmen im Agrar- und Lebensmittelsektor sollten ihre Lieferketten überwachen, Biosicherheitsmaßnahmen verschärfen und Importbestimmungen strikt befolgen.
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