Im ersten Quartal 2026 verzeichnete der Jemen 3.177 Verdachtsfälle von Cholera und akuter wässriger Diarrhö (AWD), darunter drei Todesfälle. Das Land belegt damit weltweit den fünften Platz bei der Cholera-Last. Ursache für die anhaltende Ausbreitung ist die durch bewaffnete Konflikte zerstörte Wasser- und Sanitärinfrastruktur und schwere Flutereignisse.
Die Erkrankung: Cholera wird durch das Bakterium Vibrio cholerae ausgelöst und fäkal-oral über kontaminiertes Wasser oder Lebensmittel übertragen. Hauptsymptome sind plötzlicher, schwerer wässriger Durchfall und Erbrechen. Ohne sofortige Behandlung führt der massive Flüssigkeitsverlust zu schwerer Dehydrierung, Schock und Organversagen. Die Therapie besteht primär in der schnellen Zufuhr von Flüssigkeit und Elektrolyten (Rehydrierung).
Bewertung der Situation
Für die einheimische Bevölkerung ist die Lage aufgrund mangelnden Zugangs zu medizinischer Versorgung kritisch, wobei die im April beginnende Regenzeit das Risiko einer Eskalation weiter erhöht. Für Reisende (überwiegend humanitäres Personal) besteht ein Infektionsrisiko bei mangelnden Hygienestandards. Direkte Auswirkungen auf Deutschland sind minimal, jedoch müssen im Jemen tätige Unternehmen mit logistischen Einschränkungen und Gesundheitsrisiken für ihre Mitarbeiter rechnen.
Empfehlungen
Reisende: Reisemedizinische Beratung frühzeitig einholen. Strikte Einhaltung der Trinkwasser- und Lebensmittelhygiene (nur abgekochtes oder sicher abgefülltes Wasser verwenden; „Cook it, peel it or forget it“). Eine Cholera-Schluckimpfung wird für Einsatzkräfte empfohlen.
Unternehmen: Sicherstellung von Zugang zu sauberem Trinkwasser und sanitären Einrichtungen an Standorten. Arbeitsmedizinische Vorsorge für Entsandte sicherstellen. Mitarbeiter sollten über Präventionsmaßnahmen geschult werden; Notfallpläne für medizinische Evakuierungen sind ratsam.
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