Im Jemen wurde 2025 ein deutlicher Anstieg der Malariafälle registriert. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurden insgesamt rund 116.000 bestätigte Fälle, 1.259 Hospitalisierungen und 11 Todesfälle gemeldet. Etwa 64 % der Bevölkerung leben inzwischen in Gebieten mit hohem Übertragungsrisiko. Gleichzeitig breitet sich die Erkrankung zunehmend auch in Regionen aus, die bislang als Niedrigrisikogebiete galten. Besonders betroffen sind Kinder unter fünf Jahren sowie Schwangere.
Die schwierige humanitäre Lage und der Zusammenbruch großer Teile des Gesundheitssystems erschweren die Bekämpfung zusätzlich: Mehr als die Hälfte der Gesundheitseinrichtungen im Land gelten als nur eingeschränkt funktionsfähig oder komplett außer Betrieb.
Erreger: Plasmodium falciparum (Erreger der Malaria tropica).
Übertragung: Durch Stiche infizierter Anopheles-Mücken.
Inkubationszeit: Meist 7–30 Tage.
Symptome: Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen, Schwäche, Übelkeit und Erbrechen.
Komplikationen: Schwere Verläufe mit Gehirnbeteiligung (zerebrale Malaria), Organversagen, schwerer Blutarmut und Koma möglich.
Therapie: Behandlung mit spezifischen Malariamedikamenten (ACT-Therapien); schwere Fälle benötigen intensivmedizinische Versorgung.
Bewertung der Situation
Für die Bevölkerung im Jemen besteht ein hohes Risiko. Besonders gefährdet sind Kinder, Schwangere und Menschen in ländlichen Regionen.
Für Reisende besteht ein erhöhtes Infektionsrisiko, insbesondere bei Aufenthalten außerhalb urbaner Zentren oder ohne konsequenten Mückenschutz und medikamentöse Prophylaxe.
Für Deutschland besteht kein direktes Risiko. Importierte Einzelfälle bei Reisenden sind jedoch möglich. Unternehmen mit Mitarbeitenden vor Ort müssen mit gesundheitlichen Risiken sowie möglichen krankheitsbedingten Ausfällen rechnen.
Empfehlungen
Reisende: Konsequenter Mückenschutz durch Repellents, lange Kleidung und Moskitonetze; Beratung zu einer geeigneten Malariaprophylaxe vor Reiseantritt. Bei Fieber nach Aufenthalt im Jemen sofort ärztliche Abklärung.
Unternehmen: Mitarbeitende über Malariarisiken informieren, Mückenschutz und medizinische Beratung bereitstellen sowie Zugang zu schneller Diagnostik und Behandlung sicherstellen.
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