Skip to main content

Am 3. Juli 2026 wurde in der südkoreanischen Provinz Nord-Gyeongsang ein Ausbruch der Maul- und Klauenseuche (MKS) bestätigt. Betroffen sind ein Schweinebetrieb mit rund 5.500 Tieren im Landkreis Yecheon sowie fünf Rinderbetriebe im Umkreis von 500 Metern. Insgesamt wurden 14 Schweine und 24 Rinder positiv auf das MKS-Virus getestet. Der Virustyp (Serotyp) wird derzeit noch bestimmt. Es handelt sich um den ersten MKS-Ausbruch in Nord-Gyeongsang seit 2015. Die Behörden haben für die betroffene Region die höchste Alarmstufe ausgerufen, eine 48-stündige Sperre für Tiertransporte und Viehhaltungsbetriebe verhängt sowie umfangreiche Überwachungs- und Impfmaßnahmen eingeleitet.

Erreger: Maul- und Klauenseuche-Virus (Foot-and-Mouth Disease Virus, FMDV), RNA-Virus aus der Familie der Picornaviridae.

Übertragung: Hochansteckend durch direkten Tierkontakt, infektiöse Sekrete (Speichel, Nasensekret, Milch), kontaminierte Fahrzeuge, Kleidung, Geräte sowie über die Luft über kürzere bis mittlere Distanzen. Betroffen sind vor allem Rinder, Schweine, Schafe, Ziegen und andere Paarhufer.

Inkubationszeit: Meist 2 bis 14 Tage.

Symptome: Fieber, Bläschen und Geschwüre an Maul, Zunge, Klauen und Zitzen, vermehrter Speichelfluss, Lahmheit, Fressunlust sowie Leistungs- und Milchleistungsabfall.

Komplikationen: Hohe wirtschaftliche Verluste durch Produktionsausfälle, Handelsbeschränkungen und notwendige Tierseuchenbekämpfungsmaßnahmen. Bei Jungtieren kann die Erkrankung infolge einer Herzmuskelentzündung tödlich verlaufen.

Therapie: Eine spezifische Behandlung gibt es nicht. Die Bekämpfung erfolgt durch strikte Tierseuchenmaßnahmen wie Sperrbezirke, Bewegungsbeschränkungen, Überwachung, Impfprogramme und gegebenenfalls Keulung betroffener Tierbestände.

Bewertung der Situation

Der Ausbruch betrifft die wichtigste Rinderhaltungsregion Südkoreas und stellt daher ein erhebliches veterinärmedizinisches und wirtschaftliches Risiko dar. Dass das Virus zunächst im Rahmen der routinemäßigen Schlachthofüberwachung entdeckt wurde, spricht für ein funktionierendes Überwachungssystem, gleichzeitig deutet der zeitliche Abstand bis zur Bestätigung der betroffenen Betriebe darauf hin, dass das Virus bereits vor der Entdeckung zirkulierte. Da bereits Anfang 2026 Ausbrüche des Serotyps O in anderen Regionen Südkoreas aufgetreten waren, muss nun untersucht werden, ob ein Zusammenhang besteht oder ob es sich um eine erneute Viruseinschleppung handelt. Die rasche Bestimmung des Serotyps ist entscheidend, um die Wirksamkeit der eingesetzten Impfstoffe beurteilen und die Bekämpfungsmaßnahmen gezielt anpassen zu können.

Empfehlungen

Reisende: Für Reisende besteht kein Gesundheitsrisiko, da die Maul- und Klauenseuche keine relevante Erkrankung des Menschen ist, dennoch ist eine reisemedizinische Beratung empfohlen. Kontakte zu Nutztierhaltungen in den betroffenen Regionen sollten vermieden werden. Nach Besuchen landwirtschaftlicher Betriebe sind Schuhe und Kleidung gründlich zu reinigen, um eine unbeabsichtigte Verschleppung des Virus zu verhindern. Das Mitführen von Nahrungsmittel tierischen Ursprungs verstößt u.U. gegen Seuchenschutzvorschriften.

Unternehmen mit Nutztierhaltung oder Geschäftsbeziehungen nach Südkorea: Arbeitsmedizinische Vorsorge sicherstellen. Betriebe sollten ihre Biosicherheitsmaßnahmen überprüfen und konsequent umsetzen. Transporte von Tieren, tierischen Produkten sowie landwirtschaftlichen Geräten aus betroffenen Gebieten sollten ausschließlich unter Einhaltung der behördlichen Vorgaben erfolgen. Mitarbeitende, die Tierhaltungsbetriebe in Südkorea besuchen, sollten über Hygienemaßnahmen informiert werden und vor dem Betreten heimischer Tierbestände ausreichend lange Wartezeiten sowie gründliche Reinigung und Desinfektion einhalten.

Quelle der Meldung

The Chosun Daily / KBS World / KBS News

Ähnliche Meldungen

Dr. med Til Berger

Facharzt für Allgemeinmedizin
Betriebsmedizin
Flugmedizin
Diplom Tropenmedizin (BNI)

Bahnhofstraße 17
86551 Aichach

Sprechzeiten

  • Montag 08:30 Uhr – 12:00 Uhr und 13:00 Uhr – 16:00 Uhr
  • Dienstag 11:30 Uhr – 15:30 Uhr und 16:30 Uhr – 19:30 Uhr
  • Mittwoch 08:30 Uhr – 11:30 Uhr

Reisemedizinische Beratung und Reiseimpfungen

  • Reisemedizinische Beratung & Impfungen
  • Travel Risk Management/ Consulting
  • Gelbfieberimpfstelle
  • Malariaprophylaxe und -beratung
  • Beratung zu tropischen Infektionskrankheiten
  • Dengue Fieber / Dengue Impfung
  • Erstellung einer individuellen Reiseapotheke
  • Gesundheitsberatung für besondere Reisende
  • Tropentauglichkeit & Rückkehruntersuchung
  • Tauchtauglichkeitsuntersuchung (nach DGUV / GTÜM-Standard)
  • Höhenmedizinische Untersuchungen und Beratung
  • Tauglichkeit für Motorbootführerschein
  • Bescheinigungen & internationale Impfausweise
  • Beratung zur Gesundheitsinfrastruktur

Betriebsärztliche Betreuung

  • Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM)
  • Travel Risk Management (TRM)/ Consulting
  • Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM)
  • Präventionsprogramme für Führungskräfte
  • Gesundheitsschutz bei Auslandentsendung
  • Unterstützung bei der Gefährdungsbeurteilung
  • Regelmäßige Arbeitsschutz-Begehungen
  • Beratung zur Arbeitsplatzgestaltung
  • Allgemeine Betriebsärztliche Sprechstunde
  • Beratung bei Schwangerschaft gem. Mutterschutzgesetz
  • Beratung und Sprechstunde im Rahmen der Wiedereingliederung
  • Alle Arbeitsmedizinische Vorsorgen nach Anlässen
  • Eignungsuntersuchungen, z.B. Tauglichkeit bei Absturzgefährdung
  • Schwerer Atemschutz (Feuerwehr, ehemals G26.3)
  • Führerscheinuntersuchungen für LKW nach FeV
  • Vorsorge für „Weltwärts“ Entsandte
  • Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen (GBU Psych)
  • Bildschirmarbeitsplatzvorsorge
  • Vorsorge bei Infektionsgefährdung gem. BioStoff Verordnung