Bis zum 14. Juli 2026 wurden in Malaysia insgesamt 45.101 Denguefälle registriert. Bereits zum 10. Juli meldete das Gesundheitsministerium 42.848 Erkrankungen und 34 Todesfälle. Innerhalb eines Monats kamen damit mehr als 10.000 neue Fälle hinzu. Besonders betroffen ist der Bundesstaat Selangor mit 20.143 Fällen, gefolgt von den Bundesterritorien Kuala Lumpur und Putrajaya (8.286) sowie Johor (5.881) und Sabah (3.291). Als Hauptursachen für den Anstieg gelten der erwartete 4–5-jährige epidemische Zyklus sowie der Wechsel des vorherrschenden Serotyps zu DENV-3. Mit der aktuellen Fallzahl hat Malaysia bereits Mitte Juli nahezu die gesamte Zahl der im Jahr 2025 gemeldeten Denguefälle erreicht.
Erreger: Denguevirus (Flavivirus), aktuell dominiert Serotyp DENV-3.
Übertragung: Durch den Stich infizierter Aedes-Mücken (Aedes aegypti und Aedes albopictus). Eine direkte Übertragung von Mensch zu Mensch erfolgt nicht.
Inkubationszeit: Meist 4–10 Tage nach dem Mückenstich.
Symptome: Hohes Fieber, starke Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen, Hautausschlag, Übelkeit und Müdigkeit.
Komplikationen: Schweres Dengue mit Blutungen, Plasmaaustritt, Schock und Organversagen. Besonders gefährdet sind Personen mit einer Zweitinfektion durch einen anderen Serotyp.
Therapie: Es gibt keine spezifische antivirale Behandlung. Die Therapie besteht aus symptomatischer Behandlung, ausreichender Flüssigkeitszufuhr und engmaschiger Überwachung bei schweren Verläufen.
Bewertung der Situation
Malaysia befindet sich in einer landesweiten Denguewelle. Besonders die Metropolregion Klang Valley (Selangor, Kuala Lumpur und Putrajaya) stellt den Schwerpunkt der Übertragung dar. Gleichzeitig steigen die Fallzahlen auch in anderen Landesteilen deutlich an, was auf eine flächendeckende Ausbreitung hinweist. Der Wechsel zum dominierenden Serotyp DENV-3 kann das Risiko schwerer Krankheitsverläufe bei Personen erhöhen, die bereits früher mit einem anderen Dengue-Serotyp infiziert waren. Für Reisende besteht insbesondere in urbanen Gebieten ein erhöhtes Expositionsrisiko.
Empfehlungen
Reisende: Eine reisemedizinische Beratung ist empfohlen. Konsequenter Mückenschutz ist entscheidend. Tagsüber langärmelige Kleidung tragen, mückenabweisende Mittel (DEET, Icaridin) verwenden und möglichst in klimatisierten oder mit Moskitonetzen geschützten Unterkünften übernachten. Bei Fieber während oder nach der Reise sollte umgehend ärztliche Hilfe in Anspruch genommen und eine Dengue-Infektion abgeklärt werden. ASS und Ibuprofen sollten bis zum Ausschluss von Dengue vermieden werden, da sie das Blutungsrisiko erhöhen können.
Unternehmen mit Mitarbeitenden in Malaysia: Arbeitsmedizinische Vorsorge sicherstellen. Beschäftigte sollten über den erhöhten Denguerisiko informiert und mit geeigneten Mückenschutzmitteln ausgestattet werden. Arbeitsplätze im Freien sollten, soweit möglich, an Zeiten mit geringerer Mückenaktivität angepasst werden. Für dienstlich Reisende sollten klare Empfehlungen zur frühzeitigen medizinischen Abklärung bei fieberhaften Erkrankungen bestehen.
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