In der ukrainischen Oblast Lwiw wurde erstmals im Jahr 2026 ein laborbestätigter Fall eines Hämorrhagischen Fiebers mit renalem Syndrom (HFRS) durch ein Hantavirus gemeldet. Betroffen ist ein 53-jähriger Mann aus Stryj. Die Symptome begannen am 12.07.2026 mit Fieber (38,6 °C), Schüttelfrost, Kopfschmerzen, Übelkeit, Appetitverlust und Wadenmuskelschmerzen. Drei Tage später wurde der Patient in ein Krankenhaus in Lwiw aufgenommen. Die Diagnose wurde mittels PCR-Nachweis von Hantavirus-RNA bestätigt; Leptospirose wurde ausgeschlossen. Der Patient hatte sich kurz zuvor an mehreren Orten aufgehalten, darunter die Makarska Riviera in Kroatien, das Berggebiet der Oblast Iwano-Frankiwsk sowie den Bezirk Stryj. Der genaue Infektionsort ist bislang ungeklärt. Die Gesundheitsbehörden führen epidemiologische Untersuchungen durch.
Erreger: Hantavirus.
Übertragung: Einatmen virusbelasteter Aerosole aus Ausscheidungen infizierter Nagetiere; seltener direkter Kontakt mit kontaminierten Materialien.
Inkubationszeit: Etwa 1–8 Wochen.
Symptome: Fieber, Schüttelfrost, Kopfschmerzen, Muskel- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Appetitverlust.
Komplikationen: Hämorrhagisches Fieber mit Nierenbeteiligung (HFRS), akutes Nierenversagen, Blutungsneigung und Kreislaufversagen.
Therapie: Keine spezifische antivirale Standardtherapie; Behandlung erfolgt unterstützend mit Flüssigkeitsgabe, Überwachung der Nierenfunktion und intensivmedizinischer Versorgung bei schweren Verläufen.
Bewertung der Situation
Es handelt sich um einen Einzelfall mit bislang ungeklärter Infektionsquelle. Aufgrund der möglichen Exposition in mehreren Ländern lässt sich der Infektionsort derzeit nicht bestimmen. Für die Bevölkerung und Reisende besteht derzeit kein erhöhtes allgemeines Risiko, jedoch sollten Aufenthalte in ländlichen oder bewaldeten Gebieten mit möglichem Nagetierkontakt aufmerksam bewertet werden. Für Deutschland besteht keine unmittelbare Gefährdung. Unternehmen mit Mitarbeitenden in betroffenen Regionen sollten über das Infektionsrisiko informieren.
Empfehlungen
Reisende: Eine reisemedizinische Beratung wird empfohlen. Kontakt mit Nagetieren und deren Ausscheidungen vermeiden, Unterkünfte sauber halten, Lebensmittel sicher lagern und beim Aufenthalt in Hütten oder ländlichen Gebieten auf Hygiene achten. Bei Fieber nach einer Reise frühzeitig ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen und die Reiseanamnese angeben.
Unternehmen: Arbeitsmedizinische Vorsorge sicherstellen. Mitarbeitende vor Einsätzen in ländlichen Gebieten Osteuropas über Hantavirus-Risiken informieren und geeignete Schutzmaßnahmen bei Arbeiten in staubigen oder von Nagetieren befallenen Bereichen sicherstellen.
Quelle der Meldung
Lviv Regional Center for Disease Control and Prevention / ZN
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