In Ho-Chi-Minh-Stadt und weiteren Regionen Südvietnams nimmt die Dengue-Aktivität während der Regenzeit deutlich zu. Bis 9. August 2026 wurden in Ho-Chi-Minh-Stadt 25.774 Fälle registriert, gegenüber 17.718 in Woche 22. In der letzten Juliwoche wurden 1.130 Fälle gemeldet; in Woche 32 waren es 1.097. In Südvietnam wurden bis Ende Juli 53.428 Fälle und neun Todesfälle verzeichnet – 38,9 % mehr Fälle als im gleichen Zeitraum 2025. Besonders betroffen sind dicht besiedelte, rasch urbanisierende Gebiete mit Baustellen, Mietunterkünften und potenziellen Brutstätten für Stechmücken. In Dak Lak wurde Anfang August der erste Dengue-Todesfall des Jahres gemeldet; dabei wurde DENV-2 nachgewiesen.
Dengue wird durch das Denguevirus (Flavivirus) verursacht und überwiegend durch infizierte Aedes-Stechmücken, insbesondere Aedes aegypti, übertragen. Typisch sind plötzliches Fieber, starke Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen sowie häufig Hautausschlag. Schwere Verläufe können zu Dengue-Schock, Blutungen, Gerinnungsstörungen, Organversagen und zum Tod führen. In Ho-Chi-Minh-Stadt wurden neben Schock und schweren gastrointestinalen Blutungen auch Leber- und Herzschäden sowie Multiorganversagen beobachtet. Eine spezifische antivirale Therapie steht nicht zur Verfügung; entscheidend sind frühzeitige Diagnostik, engmaschige Überwachung und supportive bzw. intensivmedizinische Behandlung. Eine weitere Zunahme während der Regenzeit bis November/Dezember ist möglich. Ein wirksamer Impfstoff steht zur Verfügung.
Bewertung der Situation
Für die einheimische Bevölkerung besteht aktuell eine deutlich erhöhte und regionale Dengue-Gefahr, insbesondere in dicht besiedelten Gebieten. Die leicht rückläufigen Wochenzahlen sprechen möglicherweise für eine Stabilisierung auf hohem Niveau, nicht jedoch für eine Entspannung.
Für Reisende nach Südvietnam besteht ebenfalls ein erhöhtes Infektionsrisiko. Das Risiko schwerer Erkrankungen ist zwar insgesamt gering, kann aber insbesondere bei verspäteter medizinischer Versorgung relevant werden. Für Deutschland sind keine größeren direkten Auswirkungen zu erwarten; importierte Dengue-Fälle bei Rückkehrern sind jedoch möglich. Für Unternehmen mit Beschäftigten in Vietnam besteht insbesondere bei längeren Aufenthalten, Entsendungen und Tätigkeiten im Freien ein erhöhtes Gesundheitsrisiko und damit eine relevante reisemedizinische Fürsorgepflicht.
Empfehlungen
Reisende: Konsequenter Mückenschutz auch tagsüber: Repellent, lange Kleidung und möglichst klimatisierte bzw. mückengeschützte Räume. Brutstätten mit stehendem Wasser vermeiden. Bei Fieber während oder nach der Reise sollte Dengue ärztlich abgeklärt werden. Bei Verdacht auf Dengue keine eigenständige Einnahme von Aspirin oder anderen NSAR wegen des Blutungsrisikos. Reisemedizinische Beratung in Anspruch nehmen!
Unternehmen: Für Beschäftigte vor Entsendungen betriebsärztliche Vorsorge sicherstellen. Dengue-Impfung ermöglichen. Geeignete persönliche Mückenschutzmittel bereitstellen, mückengeschützte Unterkünfte bevorzugen und bei längeren Aufenthalten eine medizinische Ansprechstruktur sicherstellen. Bei Erkrankungen während des Einsatzes sollte eine zeitnahe diagnostische Abklärung und gegebenenfalls Evakuierung bzw. Behandlung in geeigneten medizinischen Einrichtungen gewährleistet sein.
Quelle der Meldung
Ho-Chi-Minh City Center for Disease Control (HCDC) | Tuoi Tre News | VietNam.vn
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