Situationsbeschreibung:
In Pakistan wurden zwei neue Fälle von Wild-Poliovirus Typ 1 (WPV1) gemeldet, was die Gesamtzahl der Fälle für das Jahr 2025 auf 23 erhöht. Die betroffenen Kinder, ein 16 Monate altes und ein 24 Monate altes Mädchen, stammen aus dem Distrikt Tank und dem Distrikt Nord-Waziristan in der Provinz Khyber Pakhtunkhwa (KP). Polio, auch Kinderlähmung genannt, wird durch das Poliovirus verursacht und hauptsächlich fäkal-oral durch verunreinigte Lebensmittel oder Wasser übertragen. Das Virus kann sich aber auch über Tröpfcheninfektion verbreiten. Symptome sind oft grippeähnlich, aber in seltenen Fällen können schwere Komplikationen wie schlaffe Lähmungen auftreten, die zu bleibenden Schäden oder sogar zum Tod führen. Eine spezifische antivirale Therapie gibt es nicht, die Behandlung ist rein symptomatisch.
Bewertung der Situation:
Die aktuelle Situation in Pakistan zeigt, dass die Ausrottung der Polio-Krankheit noch nicht abgeschlossen ist. Obwohl Pakistan große Fortschritte gemacht hat, stellt die anhaltende Verbreitung des Poliovirus, insbesondere in Gebieten mit geringer Impfquote, ein ernstes Gesundheitsrisiko für die einheimische Bevölkerung dar, insbesondere für ungeimpfte Kinder unter fünf Jahren. Für Reisende besteht das Risiko, sich in Endemiegebieten wie Pakistan oder Afghanistan zu infizieren, wenn sie nicht vollständig geimpft sind. Für Deutschland gilt Polio als ausgerottet. Dennoch besteht durch den internationalen Reiseverkehr das Potenzial einer Wiedereinschleppung des Virus. Unternehmen sollten sich der Gefahr bewusst sein, insbesondere wenn Mitarbeiter in betroffene Regionen reisen.
Empfehlungen:
Für Reisende ist es unerlässlich, den eigenen Polio-Impfstatus zu überprüfen und eine Auffrischungsimpfung in Betracht zu ziehen, wenn die letzte Impfung länger als 10 Jahre zurückliegt. Darüber hinaus sind allgemeine Hygienemaßnahmen wie regelmäßiges und gründliches Händewaschen entscheidend, um eine fäkal-orale Schmierinfektion zu verhindern.
Unternehmen, die Mitarbeiter in Risikogebiete entsenden, sollten sicherstellen, dass deren Impfschutz aktuell ist und sie über die Notwendigkeit von Hygiene- und Schutzmaßnahmen informiert sind. Zudem sollten sie die Reisehinweise des Auswärtigen Amtes und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) regelmäßig prüfen, da sich die Situation ändern kann.
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