Situationsbeschreibung
Auf Jamaika ist es nach dem Hurrikan Melissa zu einem Ausbruch der Leptospirose gekommen. Bis zum 4. Dezember 2025 wurden 71 Fälle gemeldet, darunter 12 Todesfälle. Die hohe Inzidenz ist typisch für die Zeit nach schweren Überschwemmungen.
Erkrankung: Leptospirose (Zoonose).
Erreger: Pathogene Leptospira-Bakterien (Spirochäten).
Übertragung: Kontakt von Hautverletzungen oder Schleimhäuten mit durch Tierurin (v. a. Nagetiere) kontaminiertem Süßwasser oder feuchtem Boden, verstärkt durch Fluten .
Symptome: Mild: Grippeähnlich (Fieber, Kopf-, Muskelschmerzen). Schwer: Weil-Krankheit mit Gelbsucht, Nierenversagen, Blutungen.
Komplikationen: Nierenversagen, Lungenblutung, Tod.
Therapie: Antibiotika (z. B. Doxycyclin, Penicillin), besonders effektiv bei frühem Beginn.
Bewertung der Situation
Das Risiko für die einheimische Bevölkerung und Reisende in den von Überschwemmungen betroffenen Gebieten ist als deutlich erhöht einzustufen. Die hohe Letalitätsrate deutet auf späte Diagnose oder schwere Verläufe hin. Deutschland ist durch Reiseverkehr potenziell von Importfällen betroffen, jedoch besteht keine unmittelbare Gefahr. Unternehmen mit Mitarbeitern in Wiederaufbauteams müssen das Risiko dringend adressieren.
Empfehlungen
Reisende: Vermeiden Sie jeglichen Kontakt mit Flutwasser, stehendem Süßwasser und Schlamm. Tragen Sie wasserdichte Schutzkleidung/Stiefel. Eine Prophylaxe mit Doxycyclin kann nach Exposition in Betracht gezogen werden.
Unternehmen: Stellen Sie sicher, dass Mitarbeiter, die Aufräumarbeiten leisten, umfassende PSA (Schuhwerk, Handschuhe) erhalten und über präventive Antibiotika informiert sind.
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