Im brasilianischen Bundesstaat Santa Catarina wurden in den ersten 15 Tagen des Januars 2026 insgesamt 10.649 Fälle akuter Durchfallerkrankungen registriert. Der Anstieg betrifft vor allem touristische Küstenorte wie Florianópolis, Balneário Camboriú, Bombas und Bombinhas und fällt mit der Hochsaison des Sommertourismus zusammen. Umweltuntersuchungen zeigen eine lokale Belastung der Küstengewässer, insbesondere an Flussmündungen, Regenwasserkanälen und Lagunen. Rund 67 % der überwachten Strandabschnitte erfüllten zuletzt nicht die hygienischen Badeanforderungen; Ursache sind erhöhte Escherichia-coli-Werte infolge fäkaler Verunreinigungen nach Starkregen und Überlastung der Abwassersysteme.
Erreger: Vermutlich verschiedene enterische Krankheitserreger (v. a. Bakterien und Viren); E. coli dient als Indikator für fäkale Kontamination.
Übertragung: Kontakt mit kontaminiertem Meerwasser; indirekt über verunreinigtes Trinkwasser, Lebensmittel oder mangelhafte Händehygiene.
Symptome: Akuter Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, teils Fieber.
Komplikationen: Dehydratation, Elektrolytstörungen; Risiko v. a. für Kinder, ältere Menschen und chronisch Kranke.
Therapie: Symptomatisch (Flüssigkeits- und Elektrolytausgleich); ärztliche Abklärung bei schweren oder anhaltenden Verläufen.
Bewertung der Situation
Für die lokale Bevölkerung und insbesondere für Touristen besteht ein erhöhtes Erkrankungsrisiko bei Wasserkontakt an belasteten Strandabschnitten. Eine internationale Ausbreitung ist nicht zu erwarten, jedoch sind Erkrankungen bei Reisenden wahrscheinlich. Unternehmen mit entsandten Mitarbeitenden oder touristischem Bezug müssen mit krankheitsbedingten Ausfällen rechnen.
Empfehlungen
Reisende: Baden nur an freigegebenen Stränden, Kontakt mit Meerwasser nach Starkregen meiden, sicheres Trinkwasser verwenden, konsequente Händehygiene.
Unternehmen: Mitarbeitende über lokale Bade- und Hygienewarnungen informieren, flexible Einsatzplanung und medizinische Betreuung sicherstellen.
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