Während die Fallzahlen global tendenziell sinken, gibt es besorgniserregende Neuentwicklungen bei bestimmten Virusstämmen (Kladen) und regional begrenzte Ausbrüche.
Epidemiologische Lage
Globale Statistik: Im Jahr 2025 wurden weltweit 52.845 bestätigte Fälle gemeldet. Im Dezember 2025 verzeichneten 31 Länder insgesamt 1.040 neue Fälle (78 % davon in Afrika).
Brennpunkt Afrika: 15 Länder meldeten in den letzten sechs Wochen aktive Übertragungen. Die meisten Fälle traten in der Demokratischen Republik Kongo, Guinea, Madagaskar, Liberia und Ghana auf.
Sonderfall Madagaskar: Hier gibt es seit Dezember 2025 einen massiven Ausbruch der Klade Ib. Es findet eine flächendeckende Übertragung innerhalb der Gemeinschaft statt (Community Transmission), wobei bereits 20 von 24 Regionen betroffen sind.
Virus-Varianten und Ausbreitung
Klade Ib: Diese Variante breitet sich weiter aus. Erstmals wurde sie in Tschechien, Israel, Madagaskar, Nepal und Mayotte nachgewiesen.
Europa: In Frankreich, Italien und Spanien wird weiterhin eine Übertragung von Klade Ib innerhalb der Gemeinschaft gemeldet, auch ohne Reiseanamnese der Betroffenen.
Mutationen: Im Vereinigten Königreich wurde ein neuer rekombinanter Stamm (Ib/IIb) entdeckt, was die Bedeutung genomischer Überwachung unterstreicht.
Status der Notlage
- Die Africa CDC hat den kontinentalen Gesundheitsnotstand am 22. Januar 2026 aufgehoben, da die Kapazitäten zur Bekämpfung gestiegen sind.
- Die WHO bewertet Mpox jedoch weiterhin als Notfall der Stufe 3 (höchste Stufe), eine Überprüfung ist für Februar 2026 geplant.
Empfehlungen für Reisende
Reisende sollten trotz der teilweise sinkenden Zahlen wachsam sein, insbesondere in Gebieten mit aktiver Übertragung von Klade Ib (z. B. Madagaskar, Zentral- und Ostafrika).
Verhaltensregeln:
- Vermeidung von engem Haut-zu-Haut-Kontakt (einschließlich sexueller Kontakte) mit Personen, die Symptome (Ausschlag, Fieber) zeigen.
- In betroffenen Regionen in Afrika: Verzicht auf den Kontakt zu Wildtieren (Zoonose-Risiko).
Hygiene: Regelmäßiges Händewaschen und Nutzung von Desinfektionsmitteln.
Impfung: Personen mit erhöhtem Expositionsrisiko sollten prüfen, ob eine präventive Impfung gemäß den nationalen Empfehlungen sinnvoll ist.
Symptom-Monitoring: Bei Auftreten von unerklärtem Hautausschlag oder Fieber nach der Rückkehr sofort medizinischen Rat einholen und auf die Reisehistorie hinweisen.
Empfehlungen für Unternehmen
Unternehmen, die Mitarbeiter in betroffene Regionen (insbesondere Madagaskar und die DR Kongo) entsenden, tragen eine Fürsorgepflicht.
Prävention und Vorsorge
Gefährdungsbeurteilung: Erstellung einer spezifischen Risikoanalyse für das Einsatzland. Besonders kritisch sind Einsätze in Regionen mit „Community Transmission“.
Aufklärung: Verpflichtende Briefings für Entsandte über Übertragungswege, Symptome und Präventionsmaßnahmen.
Vorsorge: Arbeitsmedizinische Vorsorge sicherstellen.
Impfangebote: Ermöglichung von Mpox-Impfungen (Imvanex) für Mitarbeiter in Hochrisikogebieten.
Operative Maßnahmen
Notfallmanagement: Sicherstellen, dass Mitarbeiter vor Ort Zugang zu qualifizierter medizinischer Versorgung haben und im Verdachtsfall isoliert werden können.
Reiserichtlinien: Temporäre Einschränkung nicht notwendiger Reisen in Epidemie-Hotspots (wie derzeit die Region Boeny in Madagaskar).
Rückkehr-Protokoll: Nachsorge durch den Betriebsarzt nach Rückkehr
Quelle
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