Mexiko meldet eine signifikante geografische Ausweitung des Befalls durch die Neuwelt-Schraubenwurmfliege (Cochliomyia hominivorax). Zwischen dem 26.12.2025 und dem 02.01.2026 wurden Fälle im nördlichen Bundesstaat Tamaulipas (nahe der US-Grenze) und im zentralen Estado de México bestätigt.
Erreger: Larven der Fleischfliege, die sich ausschließlich von lebendem Gewebe ernähren.
Übertragung: Die Fliege legt Eier in offene Wunden (auch kleinste Kratzer, Zeckenbisse oder den Nabel Neugeborener) von Warmblütern.
Symptome: Sichtbare Maden in Wunden, übelriechender Ausfluss, starke Schmerzen, Gewebezerstörung und Bewegungsempfindungen unter der Haut.
Komplikationen: Ohne Behandlung führt der Befall durch Toxämie oder Sekundärinfektionen oft innerhalb von 7–14 Tagen zum Tod.
Therapie: Mechanische Entfernung aller Larven (oft chirurgisch) und Desinfektion der Wunde.
Bewertung der Situation
Der Fund in Tamaulipas – nur etwa 320 km von der texanischen Grenze entfernt – ist der nördlichste Nachweis seit Jahrzehnten und alarmiert die US-Behörden. Für die lokale Bevölkerung in Mexiko besteht ein Gesundheitsrisiko, insbesondere in ländlichen Regionen mit engem Tierkontakt (bisher 106 bestätigte humane Fälle). Für Deutschland besteht kein direktes Risiko. Unternehmen in der Fleisch- und Lederindustrie sind durch den US-Importstopp für mexikanisches Vieh massiv betroffen. Die wirtschaftlichen Schäden bei einem Übergreifen auf die USA werden allein für Texas auf 1,8 Mrd. USD geschätzt.
Empfehlungen
Reisende: Achten Sie in betroffenen Gebieten auf penible Wundhygiene. Decken Sie selbst kleinste Verletzungen sicher ab. Bei Verdacht auf Madenbefall in einer Wunde sofort einen Arzt aufsuchen; Larven nicht selbst gewaltsam entfernen.
Unternehmen: Bei Arbeit mit Nutztieren, tägliche Inspektion aller Tiere auf Wunden. Sofortige Behandlung jeder Verletzung mit Insektiziden. Meldung verdächtiger Fälle an SENASICA. Unterstützung der Aussetzung steriler Männchen (SIT-Technik).
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