Die französische Gesundheitsbehörde Santé publique France berichtet über einen weiteren Anstieg der Malariafälle auf der Insel Mayotte. Bis zum 21. Juni 2026 wurden seit Jahresbeginn 244 laborbestätigte Fälle registriert. Davon gelten 161 Fälle als importiert – überwiegend von den Komoren –, 25 Infektionen wurden jedoch als lokal erworben bestätigt. Damit hat sich die Zahl der autochthonen Fälle gegenüber 2025 verfünffacht. Die lokale Übertragung hat sich inzwischen auf mehrere Gemeinden ausgeweitet. Insgesamt mussten 71 Erkrankte stationär behandelt werden, darunter vier intensivmedizinisch. Todesfälle wurden bislang nicht gemeldet. Die Gesundheitsbehörden intensivieren die Vektorbekämpfung und Überwachung.
Erreger: Plasmodium falciparum, einzelliger Parasit und häufigster Erreger der schweren Malaria tropica.
Übertragung: Durch den Stich infizierter weiblicher Anopheles-Mücken. Eine direkte Übertragung von Mensch zu Mensch erfolgt nicht.
Inkubationszeit: Meist 7–14 Tage, in Einzelfällen bis etwa 30 Tage.
Symptome: Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen, Müdigkeit, Übelkeit und Erbrechen; bei P. falciparum häufig rascher schwerer Verlauf.
Komplikationen: Schwere Malaria mit Bewusstseinsstörungen, Krampfanfällen, schwerer Blutarmut, Nierenversagen, Atemversagen und Multiorganversagen; unbehandelt potenziell tödlich.
Therapie: Frühzeitige Behandlung mit wirksamen Antimalariamitteln, bei schwerer Malaria intravenöses Artesunat sowie intensivmedizinische unterstützende Maßnahmen.
Bewertung der Situation
Die Zahl der Malariafälle in Mayotte hat sich gegenüber dem Vorjahr bereits mehr als verdoppelt und erreicht den höchsten Stand seit 2010. Besonders bedeutsam ist die zunehmende lokale Übertragung, die sich nicht mehr auf einzelne Gebiete beschränkt. Die enge Verbindung zu den Komoren, wo die Malaria weiterhin stark verbreitet ist, führt zu einem anhaltenden Import von Infektionen. Gleichzeitig begünstigen geeignete Brutstätten für Anopheles-Mücken die weitere Ausbreitung. Eine weitere Zunahme der lokal erworbenen Fälle kann daher derzeit nicht ausgeschlossen werden.
Empfehlungen
Reisende: Vor Reisen nach Mayotte sollte eine reisemedizinische Beratung erfolgen. Konsequenter Mückenschutz (Repellentien, lange Kleidung, imprägnierte Moskitonetze) ist ganztags wichtig. Je nach Aufenthaltsdauer, Reiseroute und individuellem Risiko sollte eine medikamentöse Malariaprophylaxe geprüft werden. Bei Fieber während oder bis mehrere Monate nach der Reise ist unverzüglich ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen und auf den Aufenthalt in einem Malariagebiet hinzuweisen.
Unternehmen mit Entsendungen nach Mayotte: Arbeitsmedizinische Vorsorge sicherstellen. Mitarbeitende sollten vor der Entsendung reisemedizinisch beraten sowie über konsequenten Mückenschutz informiert werden. Je nach Einsatzgebiet und Expositionsrisiko sollte eine medikamentöse Malariaprophylaxe individuell geprüft werden. Eine Notfallplanung zur raschen medizinischen Abklärung fieberhafter Erkrankungen während und nach dem Aufenthalt sollte gewährleistet sein.
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