Das vietnamesische Gesundheitsministerium hat am 21.07.2026 aufgrund eines deutlichen Anstiegs von Adenovirus-Infektionen bei Kindern eine landesweite Gesundheitswarnung herausgegeben. Das Nationale Kinderkrankenhaus in Hanoi registrierte seit Jahresbeginn über 2.770 laborbestätigte Fälle, etwa dreimal so viele wie im Vergleichszeitraum 2025. Allein im Juli mussten rund 500 Kinder stationär behandelt werden. Ein Ausbruch in einem öffentlichen Schwimmbad, bei dem vier von fünf Kindern einer Schwimmgruppe infiziert waren, verdeutlicht das erhöhte Übertragungsrisiko in Gemeinschaftseinrichtungen. Nach Angaben der Behörden gibt es derzeit keine Hinweise auf eine erhöhte Virulenz oder veränderte Krankheitsschwere.
Erreger: Humanes Adenovirus (HAdV).
Übertragung: Tröpfcheninfektion sowie Schmierinfektion über kontaminierte Oberflächen und gemeinsam genutzte Gegenstände; eine Übertragung über unzureichend aufbereitetes Schwimmbadwasser ist ebenfalls möglich.
Symptome: Fieber, Husten, Halsschmerzen, Schnupfen, Bindehautentzündung sowie Magen-Darm-Beschwerden.
Komplikationen: Bronchitis, Lungenentzündung, akutes Atemnotsyndrom und insbesondere bei Kleinkindern schwere Atemwegsinfektionen.
Therapie: Es gibt keine spezifische antivirale Therapie; die Behandlung erfolgt symptomatisch und bei schweren Verläufen unterstützend, gegebenenfalls mit Sauerstoff- oder Intensivtherapie.
Bewertung der Situation
Der deutliche Anstieg der Erkrankungen belastet insbesondere die kinderärztliche Versorgung in Vietnam. Betroffen sind vor allem Kinder während der Sommerferien, wenn Gemeinschaftseinrichtungen und Schwimmbäder intensiv genutzt werden. Für Reisende mit kleinen Kindern besteht ein erhöhtes Infektionsrisiko in dicht frequentierten Freizeiteinrichtungen. Für Deutschland besteht derzeit kein erhöhtes Risiko. Unternehmen mit entsandten Mitarbeitenden sollten Familien über Hygienemaßnahmen und eine frühzeitige medizinische Abklärung bei Symptomen informieren.
Empfehlungen
Reisende: Vor Reiseantritt eine reisemedizinische Beratung in Anspruch nehmen. Konsequente Händehygiene einhalten, überfüllte Schwimmbäder möglichst meiden, auf eine gute Wasserhygiene achten und bei anhaltendem Fieber oder Atemwegsbeschwerden frühzeitig ärztliche Hilfe aufsuchen.
Unternehmen: Arbeitsmedizinische Vorsorge sicherstellen. Mitarbeitende mit Familien über das erhöhte Infektionsrisiko informieren, Hygienemaßnahmen fördern und bei längeren Aufenthalten den Zugang zu einer qualifizierten medizinischen Versorgung sicherstellen.
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