In der Region Pawlodar in Kasachstan wurden im ersten Halbjahr 2026 398 bestätigte Masernfälle registriert. Dies entspricht einer Vervierfachung der Fallzahlen gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres. Von den Erkrankten waren 345 Personen (87 %) ungeimpft, darunter 288 Kinder unter 14 Jahren. Gleichzeitig stieg die Zahl der dokumentierten Impfverweigerungen bis zum 1. Juli 2026 auf 2.721 und hat sich damit gegenüber dem Vorjahr verdoppelt. Die regionalen Gesundheitsbehörden sehen die unzureichende Impfquote als Hauptursache des Ausbruchs. Nach verstärkter Aufklärung von impfskeptischen Familien wurden bereits 244 zuvor ungeimpfte Kinder nachgeimpft. Im Juni 2026 gingen die Fallzahlen gegenüber dem Vormonat um 36 % zurück.
Erreger: Masernvirus (Genus Morbillivirus).
Übertragung: Hochansteckende Tröpfchen- und Aerosolinfektion von Mensch zu Mensch.
Symptome: Hohes Fieber, Husten, Schnupfen, Bindehautentzündung sowie typischer Hautausschlag.
Komplikationen: Mittelohr- und Lungenentzündung, Enzephalitis sowie in seltenen Fällen tödliche Verläufe.
Therapie: Es gibt keine spezifische antivirale Behandlung. Die Therapie erfolgt symptomatisch. Den wirksamsten Schutz bietet die zweimalige Masernimpfung (MMR).
Bewertung der Situation
Der deutliche Anstieg der Masernfälle ist auf bestehende Impflücken zurückzuführen. Trotz eines ersten Rückgangs der Fallzahlen bleibt aufgrund der hohen Zahl ungeimpfter Personen ein erhebliches Risiko für weitere Übertragungen bestehen. Für Reisende nach Kasachstan besteht insbesondere bei fehlendem Impfschutz ein erhöhtes Infektionsrisiko. Für Deutschland besteht keine unmittelbare Gefährdung, importierte Fälle sind jedoch möglich. Unternehmen mit Mitarbeitenden in Kasachstan sollten auf einen vollständigen Masernimpfschutz achten.
Empfehlungen
Reisende: Vor Reiseantritt eine reisemedizinische Beratung in Anspruch nehmen. Vor Reiseantritt den Masernimpfschutz überprüfen und gegebenenfalls vervollständigen. Bei Fieber und Hautausschlag während oder nach der Reise umgehend ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.
Unternehmen: Arbeitsmedizinische Vorsorge sicherstellen. Den Impfstatus entsandter Mitarbeitender kontrollieren und fehlende MMR-Impfungen möglichst vor der Entsendung nachholen.
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