In den USA wurden in Florida bis Ende Juli 17 Lepra-Fälle (Hansen-Krankheit) bestätigt. Die Erkrankungen verteilen sich auf 14 Landkreise, wobei insbesondere Zentralflorida betroffen ist. Bereits 2025 war ein Anstieg der Fallzahlen beobachtet worden. Die Gesundheitsbehörden gehen davon aus, dass die meisten Infektionen autochthon, also vor Ort erworben, wurden. Als mögliche Infektionsquelle gelten insbesondere Neunbinden-Gürteltiere (Dasypus novemcinctus), die als natürliches Reservoir des Erregers bekannt sind. Eine Ansteckung von Mensch zu Mensch erfordert dagegen einen engen und länger andauernden Kontakt zu unbehandelten Erkrankten. Todesfälle wurden im Zusammenhang mit den aktuellen Fällen nicht gemeldet.
Erreger: Mycobacterium leprae.
Übertragung: Längerer enger Kontakt mit unbehandelten Erkrankten über Tröpfcheninfektion sowie Kontakt mit infizierten Gürteltieren oder möglicherweise kontaminiertem Boden. Eine Übertragung durch flüchtigen Alltagskontakt erfolgt nicht.
Symptome: Langsam fortschreitende Hautveränderungen, Gefühlsstörungen, Taubheitsgefühle und Schädigungen peripherer Nerven.
Komplikationen: Unbehandelt drohen dauerhafte Nervenschäden, Gewebezerstörung, Fehlstellungen und funktionelle Einschränkungen.
Therapie: Mehrmonatige bis mehrjährige Kombinationstherapie mit Antibiotika (Multidrug-Therapie). Bei frühzeitiger Diagnose ist Lepra vollständig heilbar.
Bewertung der Situation
Die aktuelle Entwicklung deutet auf eine zunehmende lokale Verbreitung in Florida hin, ohne dass eine erhöhte Gefahr für die Allgemeinbevölkerung besteht. Das Infektionsrisiko ist vor allem für Personen mit häufigem Aufenthalt im Freien oder Kontakt zu Gürteltieren erhöht. Für Reisende besteht nur ein geringes Risiko. Für Deutschland ergibt sich derzeit keine erhöhte Gefährdung. Unternehmen mit Mitarbeitenden in Florida sollten über das geringe, aber bestehende zoonotische Risiko informieren.
Empfehlungen
Reisende: Kontakt mit Gürteltieren vermeiden, keine Wildtiere anfassen und bei länger bestehenden Hautveränderungen oder Gefühlsstörungen nach einem Aufenthalt in Florida ärztlichen Rat einholen.
Unternehmen: Mitarbeitende über die geringe Infektionsgefahr und den sicheren Umgang mit Wildtieren informieren sowie bei entsprechenden Symptomen eine frühzeitige medizinische Abklärung ermöglichen.
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