Kambodscha verzeichnet 2026 einen deutlichen Anstieg der Denguefieber-Fälle. Bis zum 12.07.2026 wurden 28.074 Erkrankungen und 38 Todesfälle registriert. Dies entspricht einem Anstieg von 58,1 % gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres (17.760 Fälle). Die Zahl der wöchentlichen Erkrankungen liegt seit Juni dauerhaft über der epidemischen Schwelle. Als wesentliche Ursachen gelten die Regenzeit, Überschwemmungen sowie El-Niño-bedingte Wetterveränderungen, die ideale Bedingungen für die Vermehrung der übertragenden Stechmücken schaffen. Das Gesundheitsministerium hat landesweit verstärkte Bekämpfungsmaßnahmen eingeleitet, darunter Aufklärungskampagnen, Insektizidsprühungen und die Beseitigung von Brutstätten.
Erreger: Denguevirus (Flavivirus).
Übertragung: Durch den Stich infizierter Aedes-Mücken, insbesondere Aedes aegypti.
Symptome: Hohes Fieber, starke Kopf-, Muskel- und Gliederschmerzen, Hautausschlag, Übelkeit und Erbrechen.
Komplikationen: Schweres Denguefieber mit Blutungen, Schocksyndrom und Organversagen, insbesondere nach einer Zweitinfektion mit einem anderen Virustyp.
Therapie: Keine spezifische antivirale Therapie; Behandlung erfolgt symptomatisch mit Flüssigkeitsersatz und engmaschiger medizinischer Überwachung.
Bewertung der Situation
Die landesweite Zunahme der Erkrankungen zeigt eine deutliche Intensivierung der Dengue-Übertragung während der Regenzeit. Besonders Überschwemmungsgebiete und Regionen mit hoher Mückendichte sind betroffen. Für Reisende besteht ein erhöhtes Infektionsrisiko. Für Deutschland besteht derzeit kein unmittelbares Risiko, importierte Erkrankungen sind jedoch möglich. Unternehmen mit Mitarbeitenden in Kambodscha sollten konsequente Maßnahmen zum Mückenschutz sicherstellen.
Empfehlungen
Reisende: Vor Reiseantritt eine reisemedizinische Beratung in Anspruch nehmen. Konsequenter Schutz vor Mückenstichen durch Repellentien, lange Kleidung und insektizidbehandelte Moskitonetze. Bei Fieber nach einem Aufenthalt in Kambodscha umgehend ärztliche Abklärung veranlassen.
Unternehmen: Arbeitsmedizinische Vorsorge sicherstellen. Mitarbeitende über das erhöhte Denguerisiko informieren, geeignete Schutzmaßnahmen bereitstellen und bei längeren Aufenthalten den Zugang zu medizinischer Versorgung sicherstellen.
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