Der irakische Gesundheitsminister meldete bis Ende Juni 2026 insgesamt 219 laborbestätigte Fälle des Krim-Kongo-Hämorrhagischen Fiebers (CCHF) sowie 16 Todesfälle. Allein in der letzten Juniwoche wurden 23 neue Erkrankungen und drei weitere Todesfälle registriert. Dies entspricht einem deutlichen Anstieg gegenüber Anfang Juni, als 145 Fälle und neun Todesfälle gemeldet worden waren.
Besonders betroffen ist die südliche Provinz Dhi Qar mit 101 Erkrankungen und acht Todesfällen. Weitere Todesfälle wurden aus Wasit, Babylon, Muthanna, Basra, Diyala sowie dem Stadtbezirk Karkh in Bagdad berichtet. Insgesamt wurden Infektionen aus mindestens 18 Provinzen, darunter auch den kurdischen Regionen Erbil und Sulaymaniyah, bestätigt. Die geografische Ausbreitung umfasst inzwischen sowohl ländliche als auch urbane Gebiete.
Die saisonale Zunahme entspricht dem erwarteten Anstieg der Aktivität von Hyalomma-Zecken während der Sommermonate sowie einer verstärkten Tierhaltung und dem Handel mit Nutztieren. Besonders gefährdet sind Personen mit engem Kontakt zu Nutztieren oder deren Blut und Gewebe, beispielsweise Viehzüchter, Metzger und Beschäftigte in Schlachtbetrieben.
Bewertung der Situation
Für die einheimische Bevölkerung besteht insbesondere in den betroffenen Provinzen ein erhöhtes Erkrankungsrisiko. Die Ausbreitung auf zahlreiche Regionen erschwert die Kontrolle des Ausbruchs und belastet das Gesundheitssystem. Die derzeitige Fallsterblichkeit von etwa 7,3 % liegt unter den international beschriebenen Werten für schwere CCHF-Verläufe, was auf eine verbesserte Früherkennung hindeuten könnte.
Für Reisende ist das Risiko einer Infektion insgesamt gering. Ein erhöhtes Risiko besteht jedoch bei Aufenthalten in ländlichen Regionen mit Zeckenexposition oder bei direktem Kontakt zu Nutztieren sowie bei Besuchen von Viehmärkten oder Schlachtstätten.
Für Deutschland wird derzeit kein relevantes Risiko einer Weiterverbreitung gesehen. Importierte Einzelfälle sind zwar grundsätzlich möglich, eine Übertragung in der Bevölkerung ist jedoch aufgrund der erforderlichen engen Kontakte und der fehlenden Vektoren unwahrscheinlich.
Unternehmen, die Mitarbeitende in den Irak entsenden, sollten das erhöhte saisonale Risiko berücksichtigen. Besonders Beschäftigte im Agrar-, Veterinär-, Bau- oder Infrastruktursektor mit Tätigkeiten im Freien oder in der Nähe von Nutztieren können einem erhöhten Expositionsrisiko ausgesetzt sein.
Empfehlungen
Für Reisende:
- Zeckenstiche durch körperbedeckende Kleidung und geeignete Repellentien vermeiden.
- Nach Aufenthalten im Freien den Körper regelmäßig auf Zecken kontrollieren.
- Kontakt mit Nutztieren sowie mit Blut und Gewebe von Schlachttieren vermeiden.
- Ausschließlich hygienisch kontrollierte Fleischprodukte konsumieren.
- Bei Fieber oder Blutungszeichen während oder nach dem Aufenthalt unverzüglich ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen und auf den Aufenthalt im Irak hinweisen.
Für Unternehmen:
- Vor Entsendungen eine reisemedizinische Beratung, arbeitsmedizinische Vorsorge und Gefährdungsbeurteilung durchführen.
- Mitarbeitende über Übertragungswege und persönliche Schutzmaßnahmen unterweisen.
- Persönliche Schutzausrüstung für Tätigkeiten mit Tierkontakt oder im Freien bereitstellen.
- Verfahren für die rasche medizinische Abklärung fieberhafter Erkrankungen während und nach der Rückkehr etablieren.
- Dienstreisen in besonders betroffene Regionen regelmäßig anhand der epidemiologischen Lage überprüfen.
Quelle der Meldung
Iraqi Ministry of Health (über Iraqi News Agency) | Rudaw | Shafaq News | BasNews
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