In der Provinz Salamanca (Kastilien und León) wurde am 13. August 2026 ein weiterer Fall von Krim-Kongo-hämorrhagischem Fieber (CCHF) bestätigt. Betroffen ist ein 71-jähriger Mann mit Vorerkrankungen, der sich vermutlich durch den Stich einer infizierten Hyalomma-Zecke in der Region Béjar infizierte. Er befindet sich in ernstem Zustand im Hospital Gómez Ulla in Madrid. Damit wurden 2026 bereits 4 autochthone Fälle in Spanien und 3 Fälle allein in Salamanca registriert; einer der drei Patienten ist verstorben.
CCHF wird durch das Krim-Kongo-Hämorrhagische-Fieber-Virus, ein RNA-Virus der Gattung Orthonairovirus (Familie Nairoviridae), verursacht. Die wichtigste Übertragung erfolgt durch den Stich infizierter Zecken, insbesondere Hyalomma. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist insbesondere durch Kontakt mit Blut oder Körperflüssigkeiten Erkrankter möglich und stellt vor allem für medizinisches Personal ein Risiko dar.
Die Erkrankung beginnt typischerweise akut mit Fieber, Kopfschmerzen, Myalgien, Schwindel sowie teilweise Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Bei schweren Verläufen kommt es ab etwa dem 5.–9. Krankheitstag zu Blutungen, Thrombozytopenie und Organversagen; die Letalität kann erheblich sein. Eine spezifische zugelassene antivirale Therapie und ein allgemein verfügbarer Impfstoff stehen nicht zur Verfügung. Entscheidend sind frühe Diagnose, intensivmedizinische/supportive Behandlung und konsequente Infektionsschutzmaßnahmen.
Bewertung der Situation
Die drei Fälle in Salamanca innerhalb eines Sommers stellen eine ungewöhnliche Häufung gegenüber den bisher überwiegend sporadischen Fällen in Spanien dar. Die Region weist geeignete ökologische Bedingungen für Hyalomma-Zecken und eine anhaltende Viruszirkulation in Wildtieren auf. Höhere Sommertemperaturen und zunehmende Freizeitaktivitäten im Freien können die Exposition begünstigen.
Einheimische Bevölkerung: Erhöhtes saisonales Risiko insbesondere für Personen mit intensiver Exposition im ländlichen Raum, etwa bei Landwirtschaft, Jagd oder Freizeitaktivitäten.
Reisende: Für normale touristische Reisen besteht weiterhin ein sehr geringes absolutes Risiko. Relevant ist insbesondere der Aufenthalt in ländlichen Gebieten während der Zecken-Hochsaison.
Deutschland: Keine relevante Gefährdung der Allgemeinbevölkerung. Importierte Fälle sind theoretisch möglich; eine Weiterübertragung wäre nur bei engem Kontakt mit Blut oder Körperflüssigkeiten möglich.
Unternehmen: Für Beschäftigte mit Tätigkeiten im Freien, in Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Jagd oder Tierhaltung kann eine arbeitsmedizinische Gefährdungsbeurteilung sinnvoll sein.
Empfehlungen
Reisende
- In Risikogebieten lange, möglichst helle Kleidung und geschlossene Schuhe tragen.
- Kontakt zu Paarhufern (Ziegen, Schafe, Kamele u.ä.) und deren Stallungen meiden
- Repellents verwenden und Kleidung ggf. mit Permethrin behandeln.
- Zecken ggfs. möglichst rasch und sachgerecht entfernen.
- Bei Fieber nach möglichem Zeckenkontakt während der Inkubationszeit ärztliche Hilfe suchen und den Zeckenkontakt ausdrücklich angeben.
Unternehmen
- Gefährdungsbeurteilung für Tätigkeiten mit potentieller Zeckenexposition durchführen.
- Beschäftigte über Zeckenprävention und Früherkennung informieren.
- Geeignete Schutzkleidung und Repellentien bereitstellen.
- Bei Verdachtsfällen frühzeitig medizinische Versorgung und Information des zuständigen Gesundheitsdienstes veranlassen.
- Bei Tätigkeiten mit potenziell infektiösem Material konsequente Standard-, Kontakt- und Tröpfchenmaßnahmen sicherstellen.
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