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Präsentismus bleibt eine Herausforderung im Arbeitsalltag

Aktuelle Erkenntnisse

Wenn Beschäftigte trotz gesundheitlicher Beschwerden zur Arbeit gehen, wird dies als Präsentismus bezeichnet. Das Phänomen betrifft zahlreiche Berufsgruppen und kann sowohl für die betroffenen Beschäftigten als auch für Unternehmen problematisch sein. Besonders häufig wird Präsentismus in Berufen beobachtet, in denen die persönliche Anwesenheit erforderlich ist. Dazu gehören unter anderem Gesundheits-, Sozial- und Erziehungsberufe sowie Tätigkeiten in der Landwirtschaft und im Baugewerbe.

Unterschiede nach Berufen

Frühere Auswertungen der BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung zeigen deutliche Unterschiede zwischen Berufsgruppen. In Gesundheitsberufen wurde durchschnittlich an 3,9 Tagen, in Sozial- und Erziehungsberufen an 4,1 Tagen trotz Erkrankung gearbeitet. Für Beschäftigte in der Landwirtschaft wurden ebenfalls 4,1 Tage und in Bauberufen 4,6 Tage angegeben.

Auch aktuelle Befragungsdaten weisen auf erhöhte Werte in bestimmten Tätigkeitsfeldern hin. Im Gastgewerbe sowie in Gesundheitsberufen sind längere Phasen des Arbeitens trotz Erkrankung vergleichsweise häufig.

Mögliche Ursachen

Die Gründe für Präsentismus sind vielfältig. Dazu gehören hoher Arbeitsdruck, fehlende Vertretungsmöglichkeiten, Verantwortungsgefühl gegenüber Kolleginnen und Kollegen sowie die Sorge, dass Aufgaben liegen bleiben. Auch die Unternehmenskultur kann das Verhalten beeinflussen.

Bedeutung für Unternehmen

Für den betrieblichen Gesundheitsschutz ist es wichtig, eine Arbeitskultur zu fördern, in der Beschäftigte Erkrankungen ernst nehmen und sich ohne zusätzlichen Druck auskurieren können. Eine ausreichende Personalplanung, verlässliche Vertretungsregelungen und ein gesundheitsorientierter Führungsstil können dazu beitragen, Präsentismus zu reduzieren.

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Dr. med Til Berger

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