In Macapá (Bundesstaat Amapá, Brasilien) wurden sechs bestätigte Fälle der akuten Chagas-Krankheit gemeldet, mit zwei bestätigten Todesfällen und einem weiteren Verdachtsfall. Vier zusätzliche Fälle werden untersucht. Die Infektionen stehen im Zusammenhang mit dem Verzehr von kontaminiertem Açaí, vermutlich durch Verunreinigung während der Verarbeitung mit dem Parasiten Trypanosoma cruzi. Neben der klassischen Übertragung durch Raubwanzen kann Chagas auch über kontaminierte Lebensmittel übertragen werden.
Erreger: Trypanosoma cruzi (Parasit)
Übertragung: Oral (kontaminierte Lebensmittel, z. B. Açaí), auch vektoriell durch Raubwanzen
Inkubationszeit: 3–22 Tage
Symptome: Anhaltendes Fieber, Kopfschmerzen, Schwäche, Schwellungen (Gesicht/Beine)
Komplikationen: Myokarditis, schwere systemische Verläufe, Tod
Therapie: Antiparasitäre Behandlung (Benznidazol oder Nifurtimox), frühzeitige Therapie entscheidend
Bewertung der Situation
Es handelt sich um einen lokal begrenzten lebensmittelbedingten Ausbruch mit erhöhter Sterblichkeit. V.a. für die ärmere Bevölkerung besteht ein Risiko auch durch den klassischen Übertragungsweg durch Raubwanzen. Reisende in die Region sind potenziell gefährdet. Auswirkungen auf Deutschland sind derzeit nicht zu erwarten.
Empfehlungen
Reisende: Konsequente Nahrungsmittelhygiene, Schutz vor Insektenstichen, insbesondere bei Reisen unter einfachen Bedingungen.
Unternehmen: Kontrolle von Lieferketten und Hygienestandards bei importierten Lebensmitteln, Sensibilisierung von Mitarbeitenden.
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